A Long Expected Journey 12. Tag

Heute morgen werden wir mal nicht von anderen Campern geweckt, sondern von den Kühen auf den umliegenden Weiden, die in den Stall zum melken wollen. Elke marschiert auch gleich in die Küche zum Frühstück vorbereiten; hier ist noch niemand am werkeln, alles noch im Tiefschlaf.

Die Microwelle wird fürs Porridge genutzt und Elke kann damit einfach nicht richtig umgehen. Entweder ist es auf den ersten Blick nicht klar, wie man hier die Zeit einstellt und wählt man bereits ein vorgegebens Menue läuft man Gefahr, dass die ganze Pampe überkocht, wenn man nicht ständig ein Auge drauf hat. Soviel Koordination am Morgen ist hin und wieder zuviel; da lobe ich mir doch den alten herkömmlichen Herd; mit der Mikrowelle werde ich nie per Du werden.

Das Frühstück ist längst fertig und Andy muss gerufen werden, weiß der Herr warum er heute so lange braucht zum Zeltinnenabbau. Wir frühstücken – immer noch allein in der Küche, räumen wieder mal die Utensilien aus dem Kühlschrank, gehen noch Zähneputzen und als alles wieder im Auto verstaut ist, nehmen wir Fahrt auf. Heute steht eine lange Strecke bevor, mal sehen wir weit wir es schaffen.

Erster richtiger Stopp ist zu Mittag in Christchurch; wir finden ziemlich schnell ein Einkaufszentrum mit einer Mall, wo es beim Hungry Wok was zu essen gibt. Ist nicht gerade das kulinarische Highlight, aber o.k. Im Warehouse auf der Rückseite gibt es für Elke noch für günstig eine Legging zum Drunterziehen; die letzten Tage waren immer kühl und die Wanderhose ist manchmal einfach zu labberig und dünn.

Und es geht weiter nach Norden, wo wir dann schon bald den Abzweig Richtung Lewis Pass nach Westen nehmen. Als wir weiter gegen Westen in die Berge fahren, wird das Wetter immer besser; die Sonne scheint und es wird richtig warm, sogar so, dass wir unsere Hosen abzippen und Sandalen anziehen. Hatten wir nun lange nicht mehr und der Temperaturunterschied ist schon enorm.

Wir fahren durch die Berge bis Hanmer Springs, ein Thermalbad. Hierher geht es eigentlich nur zum Tanken, weil sich in den Orten vorher keine Möglichkeit geboten hat und wir dringend Stoff brauchen. Wir fahren auch noch kurz ins Zentrum, weil es heißt, die Häuser hätten alpenländischen Charakter. Können wir so nicht feststellen, ist ganz nett hier, aber auch nichts außergewöhnlich Besonderes. Wir machen kehrt, halten noch für ein paar Fotos und als Andy beim Fotografieren der Landschaft zu nahe an einen unter Strom stehenden Weidezaun gerät, schreit er auf. Da ist mega Saft drauf; so dass das Herz einmal aussetzt. Als wir an einem Gatter des Zaunes vorbeifahren ist da auch tatsächlich ein Warnschild mit Totenkopf angebracht …. Himmel aber auch, welchen Elefanten wollen die damit niederstrecken?

Der Lewis Pass ist nicht nennenswert hoch und wir fahren einfach so drüber, es gibt kein Schild, das extra darauf hinweist. Als es irgendwann wieder bergab geht ist uns dann auch klar, dass wir gerade über den Pass gefahren sein müssen. Hier gäbe es noch heiße Quellen beim Boyle Village, da schießen wir aber dann dran vorbei und so richtige Lust auf Baden in warmem Wasser, wo es eh schon so warm ist, haben wir irgendwie nicht. Wir wollen einfach nur ankommen.

An einem Doc Campground viel weiter nördlich, der direkt an der Straße liegt und eine ehemalige Bahnstation war überlegen wir noch, zu bleiben, entscheiden uns dann aber wegen der direkten Lage am Highway dagegen und fahren weiter. In Motupiko, einem Nest 55 km vor Nelson nehmen wir den Campground Quinneys Bush Camp, es ist mittlerweile 18.30 h und der Hintern mehr als platt gesessen; es reicht mit Fahren. Zwar kostet der Platz 32 $ und Andy ist nicht ganz so glücklich über Elkes Wahl; vorher hätte es an einem Aussichtpunkt ein schönes Plätzchen fürs Zelt gegeben, allerdings kein Wasser und da wollte Elke nicht bleiben.

Auf dem Campground ist eine Schulklasse mit einigen Betreuern und es geht rund. Der Platz ist aber so groß, dass das keine Rolle spielt. Einzig die Küche ist mit Vorräten überbelegt; kein Wunder, Kinder in diesem Alter sind wie neunköpfige Raupen. Als wir unser Zelt aufgestellt haben und die Küche inspizieren, ist man gerade dabei, den Nachtisch zu servieren. Es gibt Götterspeise und mega Ladungen Eis; allein die Abfallbehälter für die gesamte Verpackung sind schon voll. Wir lagern die Kühlbox in den Kühlschrank um, nehmen uns Geschirr, Besteck und heißes Wasser mit und marschieren zu unserer Site, wo wir den Salat auch so machen können. Es gibt kalt, Andy toastet noch Brot auf und es passt. Die Mango als Nachspeise ist gleich für die Tonne; außen zwar schön, aber innen total braun. Also wird auch noch die zweite angeschnitten, die geht dann; ist aber geschmacklich auch nicht so toll. Wir spülen noch ab und dann ist für heute auch gut.

Gefahren: 587 km
Übernachtung: Quinneys Bush Camp in Motupiko 32 $, Duschen 1 $ extra

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