A Long Expected Journey 15. Tag

Die Nacht war nicht gerade erholsam; die auflaufende Flut macht irre Krach, auch hört man lange noch Heuler rufen und einige Zelter sind tief am Sägen. Es hat auch geregnet und unsere Hütte ist natürlich nass; die Sitzpolster haben wir vergessen und die triefen auch. Ablauf wie jeden Morgen; Elke kümmert sich ums Frühstück und wir sind wieder die ersten auf den Beinen; auch die die dann den Campground verlassen.

Es gibt wieder einen schönen Sonnenaufgang. Die übrigen Zelter haben es nicht so eilig; überhaupt sind die Kiwis bzw. die Touris hier im Vergleich zu USA immer später dran, den Tag zu beginnen.

Wir legen ab und nehmen wieder Kurs auf nach Norden. Die Sonne kommt immer wieder mal durch, das Wetter ist ganz ordentlich und es mutet an, als könnten wir das Zelt auf jeden Fall wieder trocken bekommen. Die folgende Route nach Norden zur Moskito Bay ist heute schon etwas rauher als gestern, aber immer noch gut zu befahren. Wir machen einen Abstecher in den Arm des Falls River bis hinter zur Swinging Bridge, wo über uns die Hiker drüber marschieren. Es ist richtig toll hier; ganz ruhig, es blühen einige Pohutukawa Bäume, obwohl es die eigentlich in Blüte nur zur Weihnachten geben sollte …. Wir gleiten in den Flussarm hinein und genießen einfach nur. Kurze PP ist noch angesagt, die Flut kommt rein und dann geht es bis zur Moskito Bay, wo wir gegen 12 h eintreffen.

Ein toller Campingplatz; schöner angelegt als der gestern und wir suchen uns wieder eine Waterfront Site mit Sitzbank aus. Hier macht der Namen der Bucht alle Ehre, die Sandflys treiben mächtig um und ohne Spray hält man es hier nicht aus. Wir bauen das Zelt auf, die Sonne hilft beim Trocknen und dann machen wir hier Mittag.

Mit leerem Boot ziehen wir gegen 13.00 h noch los weiter nördlich bis Tonga Island. Die See ist mittlerweile recht stürmisch und das vorgelagerte Riff sorgt zusätzlich für hohe Wellen. Andy fühlt sich nicht wohl und ihm ist schlecht; das macht das paddeln und die Anstrengung nicht wirklich zum Vergnügen. Im Windschatten von Tonga Island machen wir Verschnaufpause; hier hat es wieder junge Seelöwen, die zu unserem Boot kommen und munter durchs Wasser hüpfen. Die Wellen tragen Schaumkronen …. owei, wie wird das morgen werden?

Wir paddeln rüber zum Tonga Quarry Camp und wollen uns da in der Sonne ein wenig ausruhen, auch sind wir ganz schön nass geworden von den hohen Wellen. Zu Steuern war das Boot auch nicht gerade einfach, da das Gepäck fehlt. Da nun Fluthöchststand ist und dies bedeutet, dass wir den ArchRock nur dann noch anfahren können, machen wir uns nach kurzer Verschnaufpause wieder auf und paddeln dahin. Ist nicht weit und der Felsbogen, der noch gut vom Wasser umspült ist, sieht gut aus. Andy knipst trotz Übelkeit.

Wir paddeln schließlich zurück zu Mosikito Bay und verbringen dort den Rest des Tages. Ein Pärchen – Jason und Lisa – ist mittlerweile eingetroffen und nächtig ebenfalls heute hier. Wir unterhalten uns ein wenig, filtern dann Wasser und Elke gönnt sich ein kleines Nickerchen. Andy geht Baden. Gegen 6 h gibt es wieder ein Mountainhouse; Jason und Lisa kochen richtig auf und es riecht köstlich. Da sie nur eine Nacht gebucht haben, haben Sie reichlich Essen und eine große Kühltasche mit einer Flasche Wein mitgenommen; das ist natürlich absolut klasse so ein Luxus.

Die Ebbe hat nun richtig eingesetzt und wir haben eine ziemlich große Sandbank vor uns bis zur vorgelagerten Insel. Als noch zwei Kajaks eintreffen, müssen die sich ganz schön plagen, die vollgeladenen Boote an Land zu schleifen. Es sind die gleichen Paddler, die wir bei den Seals gerügt haben; gestern haben wir auch schon zusammen bei Te Pukatea gezeltet. Wir gehen nochmal ein wenig an den Strand; mit Sonnenuntergang ist heute wieder nichts und der Tidepool hat außer einem Seestern und ein paar kleinen Fischchen auch nichts weiter zu bieten.

Wir verschwinden in unserem Camp und haben eine mehr als nervige Nacht vor uns. Dauernd raschelt es und wir können nicht ausmachen, woher das Ganze kommt. Andy leuchtet zwar immer wieder raus und sagt er habe ein Tier mit orange-reflektierenden Augen gesehen. Elke denkt an ein Possum und dass wohl unsere Mülltüte attraktiv für das „Etwas“ ist. Wir räumen die Vorräte in die Mitte des Zelts, was aber nichts bringt, da es nach kurzer Zeit erneut raschelt. Elke schläft dann doch mal für kurze Zeit und träumt Blödsinn, dass sich ein Possum ein Loch in die Zeltwand frisst. Sie schreckt kurze Zeit auf und leuchtet das Innenzelt ab – nichts dergleichen …. oder doch …. wieder etwas später meint sie, ihr wuselt irgendwas in den Haaren und streift über den Rücken … so ein Quatsch, Andy kanns nicht sein und dann kommt irgendwann des Rätels Lösung. Als auch Andy wieder aufwacht und erneut das Innenzelt ableuchtet, ist tatsächlich ein Loch in die Zeltwand gefressen worden und der Übeltäter hat sich Zugang zu unserem Privatgemach verschafft. Andy hebt alles was herumliegt in die Höhe und tatäschlich, als er ein Bündel Klamotten anhebt, hockt im hintersten Eck eine kleine Maus, die uns nicht schlafen lassen will. Wir jagen sie raus, verschließen das Loch mit einem Lappen und hoffen nun auf Ruhe. Weit gefehlt, das Tier kennt kein Pardon und kehrt zurück …. In den frühen Morgenstunden beginnt es dann noch heftig zu kübeln und das aus allen Eimern …. na prima.

Gepaddelt: 16 km
Übernachtung: Campground Mosquito Bay

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