A Long Expected Journey 6. Tag

Es ist bereits nach 7.00 h als wir aufstehen, aber gottlob ist heute keine Eile angesagt und wir können es trotz Hike gemütlich angehen lassen. Wir frühstücken in aller Ruhe, packen die letzten Sachen in den Rucksack und räumen das Zimmer. War richtig angenehm hier, vor allem sehr geräumig und die Küche hat alles, was man für die Selbstversorgung braucht. Wir gehen noch tanken, denn das Auto wird von Kiyomi und Michael um die 500 km bewegt, auch haben wir im Handschuhfach ein Kuvert mit Geld für’s Tanken für die beiden deponiert, weil ein Tank nicht ausreicht.

Die Fahrt hinter zur Divide kennen wir ja schon von gestern, dauert ca. 1 Stunde und bis wir noch das ein oder andere Foto vom Trailhead haben, ist es mittlerweile 10.30 h als wir aufbrechen. Das Wetter ist durchwachsen, hin und wieder kommt ein wenig Sonne raus, aber überwiegend ist es bewölkt, dafür erst mal trocken. Hoffen wir, dass es auch die nächsten Tage so bleibt. Es geht dann auch gleich gut bergauf und die Rucksäcke wiegen wie Blei, obwohl wir noch nicht mal viel Wasser dabei haben.

Nach ca. 1 Stunde erreichen wir den Abzweig, der hoch zum Key Summit führt. Wir deponieren hier unsere Rucksäcke abseits des Weges und marschieren nur mit Foto bewaffnet hoch. Das geht jetzt natürlich ganz leicht, mit uns gehen zwei deutsche Mädels, die den Track schon hinter sich haben. Oben kommen wir ins Gespräch und es stellt sich raus, dass eine aus Landsberg ist. Wir haben vom Key Summit einen tollen Blick ins Hollyford Valley und auf den Marian Lake, wo Andy seinerzeit mit Thomas hingelaufen ist und darin sogar gebadet hat. Am Summit oben gibt es einen kleinen Naturewalk, sehr schön angelegt und die Landschaft hier oben ist richtig toll. Niedriges Buschwerk, Heidelandschaft und Sumpfwiesen, auf der Nordseite hat es ein wenig Regenwald …. und das bei Sonnenschein, Herz was willst Du mehr.

Bear Grylls würde zubeißen – Elke?

Wir machen uns auf den Rückweg zum Abzweig , schultern wieder die Lasten und gehen zur Howden Hut; einer Hütte am Lake Howden. Da ist gut was los, eine Wandergruppe, wie sich herausstellt, geführt mit Guide und Vollpension (gibt’s ab 1.600 NZ$) macht hier Mittag. Wir bekommen einen Tisch im Freien, nachdem ein Pärchen gerade aufbricht und genießen in der Wärme unsere Brotzeit. Elke geht noch in die Hütte, wo ein Tourguide für die Truppe Kaffee und Tee sowie Getränkepulver anrührt. Auf die Frage, ob es hier evtl. noch eine Tasse heißes Wasser gibt, wird Elke etwas brüskiert darauf hingewiesen, dass dies eine guided Tour ist und sie bitteschön alles selbst mitbringen muss, auch den Wasserkessel. Also nochmal zurück und unter Argusaugen, dem Typen passt das nämlich gar nicht, kocht sich Elke ne Tasse Tee. Camper sind hier unterste Klasse und dürfen die Hütten eigentlich überhaupt nicht betreten oder gar nutzen; nur hier steht ausdrücklich kein Schild.

Es ist mittlerweile 14.00 h als wir aufbrechen und wir haben noch gute 3 Stunden Weg vor uns; also los; leider auch die gesamte Truppe. Das Wandern wäre so ganz schön, aber nachdem permanent einer vor uns ist, den wir dann doch überholen, weil zu langsam – die Teilnehmer sind nicht mehr ganz so jung – oder es sitzt uns permanent jemand im Nacken, der uns wegen wesentlich leichterem Gepäck überholen möchte. Wir fühlen uns immer ein wenig unter Druck, auch wenn man mal spontan ein Foto machen möchte. Der Weg ist stellenweise sehr schmal und man kann nicht überall überholen. Sind wir anfangs gleich gut bergauf gegangen, ging es zur Howden Hut wieder gut nach unten; jetzt wieder nach oben ….. es ist ein permanentes auf und ab und die Rucksäcke werden mit fortschreitendem Weg immer schwerer.

Elke kämpft nach weiteren 2 Stunden mit starken Nackenverspannungen und einsetzenden Kopfschmerzen, auch beginnt es nun zu nieseln und ist irgendwie gar nicht mehr so schön. Ein Ende ist noch nicht in Sicht, wir müssen nochmal bergab und höllisch auf den Weg aufpassen, der immer wieder mit Steinen durchsetzt ist oder Wurzeln, die zu Stolperfallen werden können. Da wir so auf den Weg konzentriert sind, nehmen wir von der wirklich schönen Vegetation nicht so viel wahr.

Gegen 17.30 h erreichen wir endlich die Hut am Lake Mc Kenzie, wir müssen allerdings noch eine ganze Ecke weiter zum Campground, der weitab am Ende des Sees liegt. Wir suchen uns dort eine Campsite, die hier alle sehr eng zusammenliegen, die Shelter ist nicht mehr als zwei überdachte Sitzbänke mit Tisch und zwei Waschbecken. Bei Niesel bauen wir das Zelt auf, macht nicht richtig Spaß, auch ist es mit 10 °C nicht gerade angenehm hier. Wir richten das Zelt ein und setzen auch gleich Wasser für Mountainhouse, Kaffee und Tee auf. Eine halbe Stunde später gibt es Essen und die warme Mahlzeit tut richtig gut. Wir unterhalten uns noch mit einigen Mitcampern, einem jungen Mann einer Vierertruppe, die sogar eine Flasche Wein im Rucksack mit sich herumschleppen und es kommen noch zwei Israelis, mit denen wir ein paar Worte wechseln. Die trinken zusammen nur aus einer Tasse Tee …. dafür brennt deren Kocher wie der Heizer für einen Heißluftballon. Wir gehen noch kurz zum See vor und dann bald ins Zelt; für heute reicht es mehr als genug. Achja, und die Klos hier sind mittlerweile so voll, dass es schon in den Augen brennt, wenn man sich darin etwas länger aufhalten muss und es stinkt natürlich ganz abscheulich …..

Gefahren: 82km
Gelaufen: 17 km
Höhenunterschied: ca. 600 m

Übernachtung: Campground Lake Mc Kenzie, 36 NZ$

Weitere Bilder des Tages

NZ-115
NZ-116
NZ-118
NZ-120
NZ-122
NZ-126
NZ-128
NZ-129
NZ-130
NZ-131
NZ-134
NZ-135

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.