A Long Expected Journey 9. Tag

Trotz allem Comfort des Motelzimmers haben wir gar nicht so erholsam geschlafen wie erwartet. Wir starten den Tag um 7.30 h mit Frühstück, dabei verglüht Elke eine Semmel im Toaster, weil dieser wieder mal auf volle Kanne eingeschalten ist. Gottlob ist das Fenster in Reichweite und da fliegt das Teil gleich so wie es ist hinaus. Es stinkt irre im Zimmer und als Andy die Türe öffnet, entweichen die Rauchschwaden wie nach einem Schwelbrand nach draußen. Wir haben noch genug Brot zum auftoasten und das Frühstück kann seinen weiteren Lauf nehmen; ohne Zwischenfälle.

Wir räumen wieder alles ins Auto und nehmen Fahrt auf, erneut am Lake Wakatipu entlang Richtung Te Anau, wobei es dann weiter nach Süden Richtung Lumsden und Invercargill geht. Dort treffen wir gegen 13.00 h auch ein und finden im Queen Elizabeth Park im Bereich botanischer Garten eine Pic-Nick Bank, die wir in Beschlag und unser Essen zu uns nehmen. Während Elke den Salat schnippelt, marschiert Andy zum Klo und kommt ganz amüsiert kurze Zeit später retour; hier gibt es ein Excel-Loo …. ein sprechendes Klo. Bei uns zahlt man für so eine Einrichtung, hier wird man erst mal Willkommen geheißen, wünscht angenehme Geschäfte und dabei ertönt wohlklingende Musik. Allerdings darf man sich dabei nur max. 5 Minuten Zeit lassen, sonst öffnet sich die Tür automatisch; auf einen Tritt in den Allerwertesten hat man dann aber doch verzichtet.

Nach dem Essen erkunden wir noch einen kleinen Teil des Gartens, die Gewächshäuser und der Wintergarten sind offen, alles ist hier kostenlos, auch der kleine Bereich mit großen Vogelvolieren der Arten, die es hier gibt. Eine Frau, die kurze Zeit nach uns auf den Parkplatz gefahren ist und einen Vogelkäfig ausgeladen hat, ist ebenfalls hier und stattet mit ihrem gefiederten Freund einem sprechenden Kakadu einen Besuch ab, quasi zum Kaffeeklatsch. Der Vogel spricht ziemlich deutlich, wir sind schwer beeindruckt.

Da Invercargill an sich kaum etwas zu bieten hat, fahren wir weiter nach Süden nach Bluff. Hier gibt es an und für sich auch nichts großartiges zu sehen, außer dass es sich hier um den südlichsten Punkt Neuseelands handelt, wenn man die vorgelagerten Inseln unberücksichtigt lässt. Wir haben vom ehemaligen Leuchturmshügel einen Blick auf Stewart Island hinüber und die Sicht lässt auch einen Blick auf die östliche Küstenregion mit den Catlins zu.

Wir fahren wieder zurück nach Invercargill, tanken noch und dann geht es nach Fortrose, wo die Catlins beginnen. Die Landschaft ist sanft hügelig, es gibt hier große Schafherden, die Sonne scheint, es hat Wolken und hin und wieder sieht man das Meer. In Fortrose gibt es eine i-Site, wo wir uns eine detailliertere Karte von der Küste holen. Für’s Klo verlangt man eine Donation, otherwise man ist hier Gast, dann ist das inbegriffen. Vor einigen Jahren wäre das undenkbar gewesen, aber o.k., die Kiwis müssen auch schauen, wo sie ihre Kröten herbekommen.

Der erste geplante Stopp in Papatowai wird wegen eines Geschehens, das wir nicht so ganz deuten können aus, weil ein gut beleibter Feuerwehrmann, zumindest sieht er in dem engen Anzug, den er komplett offen trägt, so aus, mit uns redet, als hätte er schon einiges im Tee gehabt. Ist die Strecke zum Leuchtturm nun wegen einer Pinguininvasion gesperrt oder gab es einen Unfall? Wir können jedenfalls nicht dahin wo wir wollen und müssen weiter; vielmals sorry about that …. Wir fahren also weiter im Text und es geht zum Slope-Point.

Wir müssen über die Wiesen ein Stück dahin laufen und sehen an den Clippen tief unter uns die Brandung; das ist schon mal nicht schlecht. Es geht noch weiter bis zur Curio-Bay; irgendwann wird die Küstenstraße zu Gravel und auf einmal können die Autos, bzw. die Fahrer vor uns nicht mehr richtig fahren; so als hätten sie Glatteis unter den Rädern. Es staubt wie irre und wir kommen gerade so vorwärts.

Der Campground in Curiobay ist dann auch bald erreicht; hier ist aber alles wie gesagt noch in den Kinderschuhen; so richtig auf Tourismus ist man hier nicht eingerichtet. So hat der Campground zwar irre viele Stellplätze, diese sind auch relativ windgeschützt in den Büschen, dafür hat es gerade mal zwei Duschen, eine winzige Küche und zwei bis drei Sitzbänke. Aber egal, wir bleiben hier, haben wir doch das Meer direkt vor der Zelttür und Pinguine und wenn man Glück hat, gibt es auch Hector Dolphins zu sehen. Und was wir außerdem noch im Preis von 16 $ inklusive haben, sind zahlreiche Sandflies. Wir brauchen etwas, bis wir uns für einen Platz entschieden haben, bauen unsere Hütte auf und Elke geht in die Küche, Andy wird derweil auf Erkundungstour geschickt.

Eine gute halbe Stunde später können wir Essen; es gibt Rindfleisch auf indische Art mit viel Gemüse und Reis. Essen können wir im Freien, mit Blick auf die auflaufende Flut und hohe Wellen. Wir spülen noch schnell ab und dann geht es mit dem Auto rüber zum Parkplatz für die Gelbaugenpinguin-Beobachtung. Leider lässt sich an den nun folgenden Stunden nur ein Frackträger blicken; es sind definitv zu viele Leute, die viel zu nah an der Einlaufschneise stehen. Im Reiseführer hieß es, die Tiere seien sehr scheu und wenn es denen zu bunt ist, dann wagen sie sich nicht an Land, was für die Jungtiere fatal enden kann, weil sie kein Futter bekommen. An der Aussichtsplattform treffen wir auf zwei Frankfurter Reiseherren, mit denen wir am Lake Wanaka ein wenig gesprochen haben. Die beiden erzählen dann auch, dass es am Waipapa Point einen Unfall gegeben hat, zu dem sie direkt dazu gekommen sind. Ein Auto ist auf Gravel vom Weg abgekommen und direkt gegen einen Strommasten geprallt.

Es gibt noch eine nette Abendstimmung, wir quatschen noch ein wenig und dann ist auch Zeit um ins Zelt zu kriechen.

Gefahren: 514 km
Übernachtung: Curio Bay Campground, 16 $, Duschen extra 2 $

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