Am Ende der Regenzeit – 10. Tag

Im Laufe der Nacht hat es nochmal geregnet und auch gewindet. Am Zelt hat wieder irgendein Lappen ständig Lärm gemacht, das nervt. Um 5 Uhr klingelt meine Uhr und weckt uns, hier ein paar Meter über die Grenze ist zwar schon 6 Uhr, was humaner klingt, aber für uns bleibt es bei den 3 Tagen Südafrika bei der namibischen Zeit, also aufstehen um 5 Uhr. Der Morgen dämmert gerade soviel, dass man keine Taschenlampe mehr braucht. Das Zelt ist innen am Dach auch feucht, das kann kein Kondenswasser sein, sondern ist durchgeweicht, da das Vorzelt unten genauso feucht ist. Es ist schon ein sehr altes Zelt, das wir bekommen haben, auch die Matraze, obwohl doppelt, ist schon durchgelegen.

Wir trinken Kaffee und essen Müsli mit Joghurt wie jeden Tag, nur müssen wir heute stehen, da die Stühle immer noch nass sind. Dann räumen wir alles ein und fahren um 6:20 Uhr durchs Tor, nachdem wir unser Permit abgeholt haben. Die Sonne steht schon über dem Hügel und blendet beim Fahren, da die Scheibe immer wieder beschlägt, aber es gibt gerade eh nichts Tierisches zu sehen.



Oryx und Springbock sind dann wieder die ersten Tiere, die es in einer Vielzahl zu sehen gibt. Dann sehen wir drei Schakale, die in einen Busch rein schnüffeln, da ist wohl irgendwas Interessantes drin. Kurze Zeit später taucht eine Giraffe auf, die ihr Frühstück von einem Baum frisst und sich dann später den Rücken daran reibt, sehr lustig ihr zuzusehen. Ein paar Kilometer später sehen wir 3 weitere Giraffen. Zwei davon sind junge die sich gegenseitig mit den Hälsen necken und auch mit den Köpfen hauen, aber es sieht nach Spiel aus.


Da man nicht aussteigen darf, kann man auch nicht die Blase leeren und es wird Zeit, dass wir die erste Rest Area erreichen. Eigentlich hätte ich gedacht, dass diese dann umzäunt ist, aber ist sie nicht. Keine Ahnung was hier anders sein soll, als irgendwo im Park, jedenfalls gibt es hier ein Klo sowie Sitz- und Grillmöglichkeit. Wir kochen Wasser für einen Kaffee und es gibt Honig- und Marmeladen Brot.




Wir fahren weiter und sehen eine ganze Zeit lang Surikats, also Erdmännchen und Erdhörnchen, zu. Es folgen dann keine weiteren nennenswerten Tiersichtungen, Oryx, Gnu und Springbock gibt es auch hier zuhauf. Gegen ein Uhr erreichen wir das Südende Twee Rivieren; unser Camp für die nächsten 2 Nächte.

Wir gehen zunächst an die Rezeption in ein großes rundes Gebäude in dem auch die südafrikanischen und botswanischen Grenzbeamten sitzen und zeigen unser Permit. Das bekommen wir auch wieder ausgehändigt und sollen auf dem Campingplatz eine freie Site suchen. Die richtige Site zu finden ist schwierig, wenn es eine große Auswahl gibt, also fahren wir erstmal etwas unschlüssig über den Platz und wissen nicht so recht wohin. Es sollte etwas Schatten haben und der Boden halbwegs eben sein, der Platz nicht in der Mitte und nicht zu sehr an der Straße, na wo denn nu? Also nehmen wir halt einen und stellen erst mal das Zelt auf, damit es trocknen kann. Wir spannen auch eine Leine und hängen die Schlafsäcke darüber. Dann gehen wir in den Shop hoch und schauen mal was die so alles haben. Der Shop ist größer als in Mata-Mata und bietet alles Notwendige was man so braucht, sollte mal was ausgehen. Wir sind jedoch gut versorgt und gehen wieder zurück zu unserem Platz.

Elke bereitet das Mittagessen vor und ihr fällt wieder mal der Kühlschrankdeckel mit voller Wucht auf den Kopf, das gibt eine große Beule und ist auch so ein Ärgernis. Der Kühlschrank ist zwar schön groß und kühlt sehr gut, aber wenn man was haben will, dann muss man ihn komplett herausziehen und ausräumen und da der Deckel keine Arretierung hat, fällt er immer wieder zu. Wir essen dann und ich schreibe schon mal ein Stück Bericht, dann wird es wohl eine Siesta geben. Der letzte Satz wurde zu früh geschrieben, wir haben ein paar Sachen gewaschen. Natürlich gibt es hier nur Handwäsche, aber das hat in Teamarbeit gut funktioniert. Problem war dann hinterher die Wäschklammern zu finden, aber das haben wir dann auch geschafft.


Am späteren Nachmittag geht es dann nochmal auf zum Abend-Game-Drive, wir fahren die östliche Strasse Richtung Nossob hoch. Der Anfang der Strasse ist gut zu fahren, dann kommt ein lange Baustelle und es gibt eine einspurige Ausweichroute. Dieses Flußtal ist viel trockener, aber es gibt hier auch Gnus, Springbock, Straus, Oryx und Schakale, sogar eine große Schildkröte sehen wir. Irgendwann heißt es dann umdrehen, sonst schaffen wir es nicht mehr rechtzeitg vor Torschluss zurück ins Camp.

Es gibt noch einen schönen Sonnenuntergang wenn auch vom Tal aus keine schönen Fotoplätze um den fotografieren zu können. Im Staub-Convoi fahren wir mit anderen Fahrzeugen zurück. Dabei kommt uns ein lange Schlange in die Quere, sie hat sich auch gleich aufgerichtet, aber bis wir zum Stehen kommen und zurück fahren, ist sie schon im Gras verschwunden.

Am Camp wird wieder der Braii angefeuert und Elke brät die Kartoffeln, die wir gestern nicht mehr gegessen haben zusammen mit dem Gemüse in der Pfanne direkt auf dem offenen Feuer an. Gegrillt werden heute Springbock Steaks. Die sind zwar etwas fester als die Steaks und Filets der Vergangenheit, schmecken aber auch sehr gut. Hinterher gibt es noch eine Mango und dann wird abgespült. Da gerade die Küche besetzt ist, gehen wir vorher noch duschen und machen den Abwasch hinterher.

Es hat heute wieder einen tollen Sternenhimmel, das Kreuz des Südens können wir heute aber nicht ausmachen. Dann ziehen wir uns zurück, am Campingplatz ist es auch schon sehr ruhig geworden.

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