Am Ende der Regenzeit – 12. Tag

Der Wecker klingelt schon um 4:30 Uhr für uns. Wir haben uns gestern noch entschlossen lieber noch früher aufzustehen, um rechtzeitig am Tor zu sein und heute keine zweite Frühstückspause einzulegen, deshalb muss nochmal Wasser für die Thermosflasche gekocht werden. Grund dafür ist eine mögliche lange Tagesetappe. Der nächste geplante und bereits bezahlte Übernachtungsstopp ist Bagatelle, von Mata-Mata aus sind das gut 350 km zu fahren und wir können nicht exakt abschätzen, wie lange wir dafür brauchen werden. Sollten wir das nicht schaffen, werden wir halt irgendwo anders was finden.

Wir schaffen alles gut in der Zeit und fahren um 10 vor 5 Uhr durchs Gate, leider gibt es keinen so schönen Sonnenaufgang wie gestern. Trotzdem werden immer wieder mal ein paar Bilder gemacht. Wir sind auch ganz alleine unterwegs es folgt uns keiner. Wir nehmen die Lower Dune Road nach Westen und auch hier kein anderes Auto zu sehen. Im Auob Tal sehen wir sehr viele Giraffen, das sind bestimmt über 10 Stück, aber keine Menschen. Erst als wir weiter an Mata-Mata rankommen gibt es Gegenverkehr.



Ca. 21 km vor Mata-Mata, stehen 3 Autos am Rand und wir sehen auch sofort weshalb. Im Schatten liegen 2 Löwenweibchen und die sehen sehr müde und abgemagert aus. Da ist uns das Glück zum Schluss doch noch hold, haben wir doch eben erst bedauert gar keine Raubtiere gesehen zu haben. Als die anderen Wagen fahren, können wir uns in optimale Position bringen, jedoch liegen die beiden mit dem Gesicht abgewandt da, nur ab und zu hebt eine mal den Kopf um sich dann wieder abzulegen. Wir warten gut 20 Minuten, aber es tut sich nicht viel mehr. Einige Fotos haben wir ja bekommen und so ziehen wir weiter.



In Mata-Mata bin ich dann ins Office und habe unser Permit vorgelegt, das noch einen Stempel benötigte. Die Beamten sind auch sofort raus und haben das Auto inspiziert, worauf sie es allerdings besonders abgesehen haben ist mir noch schleierhaft. Jedenfalls habe ich an der Tafel erst mal unsere heutigen Tiersichtungen markiert, bis jetzt war noch gar keine Markierung da. Im Auto haben sie dann die Flasche Scotch entdeckt, die ja auch nicht versteckt war, was ihre Aufmerksamkeit erregte und wir wurden nach weiteren Flaschen gefragt. Haben wir aber nicht und die beiden Beamten haben uns das auch ohne weitere Kontrolle abgenommen und wir durften die Schranke mit dem Wunsch für eine gute Fahrt passieren. Die Namibische Border Control ist dann wie üblich abgelaufen, jeder ein Formular ausfüllen, ein kleiner Zettel fürs Auto und das wars. Hier gab es gar keine Durchsuchung des Autos.

Kurz nach der Grenze, das fiel uns schon bei der Hinfahrt auf, gibt es wieder sehr viele Schildkröten auf der Strasse und dabei auch besonders winzige. Natürlich habe ich dann gleich mal ne Kehrtwende gemacht und wir haben uns so einen Winzling ganz genau angesehen. Als Elke die Kröti für ein Größenverhältnisfotos in die Hand nahm, machte sich das Tierchen in den Panzer und Elke nass.

Auf der weiteren Fahrt suchen wir lange nach einem geeigneten Rastplatz, es gibt zwar viele Bäume, aber nirgends kann man stehen bleiben. Der einzige gute Platz liegt an der Strasse vor einer Farm. Die Farm wird wohl von Schwarzen betrieben, was man sofort sieht. Es kam dann auch mal einer angeschlendert und ist in die Wiese hinter uns und wieder über die Strasse. Er war wohl nur neugierdig, was wir hier machen und als er sieht dass wir essen, macht er wieder kehrt.

In Gochas steuern wir die Tanke an. Ein Jugendlicher füllt uns den Tank und das sehr langsam, das hatte ich aber auch gesagt. Ein anderer hat zwar gleich zur Scheibenwaschbürste gegriffen, die Scheibe dann aber doch nicht sauber gemacht, so dass das für Elke übrig blieb. Der Tankbefüller bekommt 2 Rand und freut sich richtig darüber. Die Rechnung habe ich dann im Office bezahlt und es geht weiter.

Die Strasse führt weiter dem Auob River entlang und an den Talrändern sind Felsen zu sehen, die doch stark an Utah erinnern. Die weitere Landschaft erinnert mich fast etwas an Australien erinnert, obwohl ich nicht so recht sagen kann, was dies auslöst.

In Stampriet wechselte der Fahrbahnbelag zu Teer und wir sind in den Supermarkt und haben ein paar Dinge eingekauft, es gab jedoch keine Tomaten. An der Tanke war ein Schild von einem Agri Mart und Elke meinte, dass es da vielleicht Tomaten gibt. Das wäre möglich, war meine Antwort und ich fuhr weiter. 100 m weiter dann von Elke die verblüffte Frage, warum wir da nicht hinfahren. Also umdrehen, da es da ja möglicherweise Tomaten gibt und mir wurde nun klar, dass die erste Feststellung von Elke schon die Aufforderung an mich war, dort zu halten. Versteh‘ einer die Frauen und es ist wirklich manchmal verzwickt, genau zu merken, was nun angesagt ist. Es gab dort übrigens keine Tomaten.

Auf Teer darf man 120 fahren, ich fahre dann 100, denn das Lenkrad fängt schon über 80 an zu schlagen, das liegt wohl an dem groben Profil, ich weiß es nicht. Jedenfalls sind es keine 50 km mehr bis zum Abzweig auf eine gute Gravelroad und nochmal 23 km auf dieser bis es zur Bagatelle Game Ranch abgeht. Es sind gerade Arbeiter am Tor und die machen es uns auch sofort auf und wir fahren auf tiefrotem Sand 3 km bis zur Farm. Fast so, als hätte man für die Gäste einen „roten“ Teppich ausgelegt.


Dort werden wir freundlich empfangen und bekommen eine kurze Einweisung, nehmen noch zwei gefrorene Rindersteaks mit und werden zu unserer Campsite eskortiert. Die Sites liegen alle an einer Düne aus tiefrotem Sand und jede Site hat ein eigenes Waschhaus. Feuerholz liegt schon bereit und in der Lodge gibt es kostenlos Kaffee und Kuchen. Also richten wir uns kurz ein und laufen dann zu Fuß zur Lodge für Kaffee und Kuchen, als es zu regnen beginnt. Wir sitzen unter einem Blechdach und auf einmal werden die „Einschläge“ auf das Dach richtig laut; wir staunen nicht schlecht: es  hagelt.

An der Rezeption haben wir uns dann über Aktivitäten hier auf der Ranch und das Einkaufen in Marienthal erkundigt. Letztendlich hat uns die junge Frau dann alles auf deutsch erklärt, vorher hatten wir die ganze Zeit englisch gesprochen und wir wussten nicht dass sie auch deutsch kann.


Wir sind dann langsam zurück gelaufen und doch noch etwas naß geworden, eine Katze ist uns ein kleines Stück dabei gefolgt. Es gab einen fantastischen Sonnenuntergang, den wir von unserer roten Düne über unserer Site beobachtet haben. Im Westen gab es etliche Schauer die aus den Wolken gefallen sind und das Panorama hier ist wirklich sehr schön.


Dann habe ich versucht ein Feuer zu machen, was mit dem Holz, das man hier kostenlos gestellt bekommt, nicht so einfach ist. Es will nicht so gut brennen und ich weiß auch gar nicht was das für eine Sorte ist, denn es ist ganz dunkebraun. Es qualmt auch sehr stark und man muss viel pusten, damit es brennt. Bis das eine gute Glut gibt, dauert es länger als sonst, aber wir haben hier auch keine Eile und es wird ja früh dunkel, so dass man auch viel Zeit abends hat. Letztendlich haben wir dann gute Springbock Steaks gegessen und Elke hat ein Auberginen-Paprikag-Gemüse dazu gemacht. Zum Nachtisch gab es wieder Mango, die auch so schon prima war, ich habe sie allerdings mit etwas Scotch noch verfeinert.

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