Am Ende der Regenzeit – 13. Tag

Zum Sonnenaufgang bin ich um 6:15 Uhr aufgestanden und auf die Düne gelaufen. Es war keine Wolke am Himmel und so war der Sonnenaufgang nicht so spektakulär. Ein Strauss und eine ganze Herde Springböcke sind vorbeigezogen. Wir haben dann ganz gemütlich gefrühstückt, wir haben heute keinen Zeitdruck.
Etwas später kamen ein Pferd und 2 Ponys vorbei, die vermutlich nach was Essbarem gesucht haben, aber von uns nichts bekamen. Beim Streicheln eines Ponys biss es mir in den Bauch, nicht schlimm aber erschrocken habe ich mich doch, es hätte mich ja auch tiefer treffen können. Elke hat noch Wäsche gewaschen und ich habe mir die Karte für die morgige Route in den Norden vorgenommen und schon mal die Etappe geplant. Es ist wohl am schnellsten, wenn wir die geteerte B1 über Windhuk nehmen, als eine kürzere Route an Windhuk vorbei, wo man nicht abschätzen kann, wie man vorwärts kommt.

Gegen halb zehn haben wir das Zelt eingeklappt und sind nach Marienthal gefahren. Wir wollen die freie Zeit heute zum Einkaufen nutzen und brauchen das dann morgen nicht in Windhuk erledigen. Bis Marienthal sind es ca. 50 km die sich gemütlich fahren lassen. Die Bahnlinie geht direkt durch die Stadt und teilt diese in zwei Siedlungen. Wir sind zunächst in den Shoprite Markt auf der anderen Seite der Bahn gefahren. Hier kaufen überwiegend Einheimische ein und der Supermarkt ist groß und bietet nicht nur Lebensmittel, sondern alles was man darüber hinaus noch so braucht. Auch einen Wasserkocher haben wir gekauft, da der Gaskocher von Hester eine Krankheit ist und ein Topf Wasser ein halbe Stunde braucht. Ich habe zwar die Düse schon 2x gereinigt, aber da kommt kein richtiger Druck raus. Im Etosha haben wir auf jeden Fall wieder Strom und da geht das elektrisch schneller. 2 Träger haben uns dann geholfen die Einkäufe zum Auto zu bringen, wofür sie auch einen Dollar bekamen, ein Jugendlicher, der vor dem Auto wartete und auf den Hüfttasche von Elke mit den Worten „there is the money“ zeigte hat nichts bekommen. Wir wissen einfach nicht, ob sie nur bettlen, weil wir Touristen sind, oder sie es wirklich nötig haben.

An der Hauptstrasse gibt es dann auch Banken und hier haben wir uns nochmal 2000 Dollar gezogen und bei dem Umhergekurve, welche Bank wir nehmen sollen, haben wir eine Pharmacy entdeckt, die auch gleichzeitig ein Schuhgeschäft ist. Wir haben dort eine Tinktur gegen Zahnfleischentzündung gekauft, die mich seit 2 Tagen nervt. Dann sind wir noch in den großen Spar Markt gefahren, da noch Getränke und Fleisch fehlten. Leider gibt es in den Supermärkten kein Game Fleisch zu kaufen, nur Schwein, Rind und Lamm was schon komisch ist, da es in Windhuk bei Wörmann Brock jede Menge Wild gab. Also müssen wir doch noch morgen einen kurzen Stop dort einlegen, um uns mit Fleisch einzudecken.

Die Rückfahrt nach Bagatelle verlief dann in soweit ereignislos, als dass die Fahrt gut verlaufen ist, wir haben mal rein interessehalber das Radio angemacht und prompt die Deutsche Welle gefunden. Schon witzig dass wir uns hier in Namibia deutsche Schlager anhören, das würden wir sonst nicht gegen Geld machen. Witzig sind auch die Meldungen über Gesuche, Angebote und Veranstaltungen, wie .B. den Karnevalsverein in „Okovangisonstwo“, der dringend bunte Glühlampen benötigt, und dass am Sonntag die deutschen Pfadfinder in Windhuk einen Frühschoppen mit Fassbier und Bratwurst veranstalten.

An unserer Campsite sortieren wir die Einkäufe und ordnen dabei auch die Beladung neu und machen anschließend Mittag. Ich fülle noch Luft nach in die Reifen auf der linken Seite und checke den Ölstand. Dann war es auch schon Zeit uns auf die Socken zu machen, mittlerweile war es halb vier und wollten ja noch den Dünen-Walk gehen und so sind wir mit Foto und Wasser los getigert, dabei haben wir uns schon mal Gedanken über unsere weitere Entwicklung unseres Gartens zu Hause gemacht.

Als wir am braunen Wasserfass ankommen stellen wir fest, dass der Dünen -Walk eigentlich hinter unserer Campsite liegt und wir hier falsch sind. Allerdings haben wir die Aussicht von der Düne erst mal genossen und sind zu den Dünen-Chalets gegangen und uns auf die überdachte Veranda gesetzt. Weiteres Vorgehen ist nun, in die Lodge zu gehen und dort Kaffee zu trinken und dann nochmal zum Auto zurück zu gehen um den zweiten Foto zu holen, denn um 5 wollen wir bei der Cheetah Fütterung dabei sein.

Gesagt getan, wir setzen uns mit Kaffee und Kuchen wieder in den Garten an den Pool und relaxen. Dann geschwind den Kilometer zum Auto und wieder zurück. Um kurz vor 5 geht die Tour schon los und es sind doch soviel Leute heute mit dabei, dass ein Gamedrive Pickup voll wird. Wir fahren nicht allzuweit, aber Paul unser Führer erklärt vor dem Zaun schon mal ein paar Dinge die es zu Geparden zu wissen gibt, auch dass die CCF hier diese Tiere unterhält und man kann Pate werden, damit ein Gepard hier aufgezogen wird. Dann passieren wir das doppelte Tor und die 3 Jungs warten schon auf uns, bzw. die Fütterung. Aber noch ist es nicht so weit, Paul erklärt noch viel mehr interessante Dinge und fährt durch das ganze Gelände und die Cheetahs folgen uns immer wieder. Dann gibt es endlich das begehrte Stück Eselfleisch und die Geparden verziehen sich ins hohe Gras und sind nicht mehr zu entdecken.

Da die Zeit drängt, denn die Sonne ist schon am Horizont angekommen, wird die Tour hier beendet, normalerweise darf man noch aussteigen, aber dazu ist jetzt im Winter keine Zeit. Wir fahren auf eine Düne und Paul bereitet alles für einen Sundowner Drink vor, während ich und auch die anderen Fotos vom schönen Sonnenuntergang machen. Dann gibt es für jeden einen Drink und Paul erzählt noch die eine und andere Geschichte und beantwortet Fragen. Als es schon dunkel ist wird die Party beendet und wir fahren zur Lodge zurück. Paul fährt uns dann noch zur Campsite, wo wir gleich mit dem Feuermachen und der Essenszubereitung beginnen. Das Holz das hier ausliegt ist übrigens doch Kameldorn, allerdings ist das wirklich altes Holz, da es komplett Dunkelbraun ist. Die Steaks die wir gestern hier gekauft haben waren dann die schlechtesten, die wir bis jetzt hatten. Geschmacklich nicht gut und zäh wie Leder, das hat uns  ziemlich geärgert und am nächsten Tag noch mehr als wir gesehen haben was die uns dafür berechnen.

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