Am Ende der Regenzeit – 14. Tag

Es hat ein klein wenig geregnet in den Nacht und irgendwie stehen wir heute schief, wir rutschen beide auf eine untere Ecke zu. Warum das so ist, dazu später mehr. Heute ist Elke um kurz nach 6 schon draußen und ruft zum Sonnenaufgang, also gut dann raus und Foto geschnappt und rauf auf die Düne.


Es hat heute Wolken und es sieht ganz gut aus, da sich der Sonnenaufgang bei Wolken immer etwas länger hinzieht, lasse ich den Foto auf dem Stativ Intervallaufnahmen machen, derweil kann ich mich rasieren. Dann kommt der Schock am Morgen, der bringt Kummer und Sorgen. Wir haben vorne links einen schönen Platten, deshalb steht der Wagen auch so schief. Gestern Nachmittag hatte ich ja schon Luft nachgefüllt nun ist er platt und ein wieder auffüllen macht wohl keinen Sinn.

Vor dem Frühstück ist also noch Arbeit angesagt, zum Glück ist es bewölkt und noch nicht so warm. Also hintere Sitzbank leer räumen, Werkzeug raus und ran. Leider reicht der Wagenheber nicht aus, den Reifen frei zu bekommen, kann ja nicht sein. Später wird mir klar, dass die Reifen die drauf sind ja auch nicht original sind und es deshalb nicht geht. Ich schaue zwar noch im Handbuch nach dem richtigen Ansatzpunkt aber den haben ich schon. Auch weitere Holzstücke helfen nicht aus der Missere. Zum Glück stehen wir hier auf Sand und ich kann den Reifen ausgraben, eine Schaufel ist ja mit an Board. Den Ersatz nehme ich von der Ladefläche, da mir das einfacher erscheint, also muss die Ladefläche frei geräumt werden. Für den guten Reifen muss das Loch noch tiefer geschaufelt werden und dann geht das auch.

Nach der Aktion gibt’s erst mal Kaffee und Frühstück, dann muss alles zusammen geräumt werden, damit ich mal aus dem Loch rausfahren kann und den Luftdruck kontrollieren kann. Da fehlt natürlich was und muss nachgefüllt werden. Bis wir dann alles haben und abfahrbereit sind, ist es 8:40 Uhr na zum Glück sind wir früh aufgestanden, haben wir doch heute eine lange Fahrt vor uns. In der Lodge begleichen wir unsere Rechnung und ich bin schon etwas erstaunt, dass das Cheetah Feeding nun doch nicht inklusive ist, gut nachdem es den Sundowner Drink gegeben hat, bin ich schon stutzig geworden, aber jetzt ist es klar, mit dem Fleisch zusammen müssen wir nochmal 450 Dollar zahlen. Wir verabschieden uns und es hat uns hier sehr gut gefallen.

Auf dem Weg zur C20 probieren wir gleich mal mit dem Handy Hester zu erreichen, aber wir haben noch keinen Empfang, erst vor Marienthal gibt es Empfang. Wir erreichen Hester und machen aus, den Reifen bei ihm vorbei zu bringen, da wir ja eh bei ihm in der Nähe sein werden. Wir fahren so mit 100 dahin und als ich nach einer Baustelle wieder Gas gebe, fällt mir eine weitere gelbe Leuchte auf. Was ist denn das nun wieder? Also habe ich Elke gleich mal zum Handbuch lesen abkommandiert, jedenfalls soll man sofort anhalten und tätig werden. Also gut die nächste Rest Area, ist in Sichtweite also links ran und Motorhaube auf. Das Problem liegt an der Dieselpumpe, entweder Wasser oder der Filter. Ich schraube die Entlüftung auf und pumpe, es kommt aber nur Diesel raus, also ist das gut, ein weiterer Test ergibt, dass es kein Wasser sein kann, die Leuchte bleibt an, somit kommt nur der Filter in Frage und solange der Motor läuft kann man wohl fahren. Also weiter und wieder bei Hester anrufen, der meint wohl auch dass es der Filter ist und wir sollen kommen, er wechselt den Filter.

Um kurz nach 12 sind wir dann in Windhuk und finden auch gleich wieder zu Hester, der sieht sich die Sache kurz an und meint nur dass sein Mechaniker heute krank ist. Anstatt gleich den Filter zu wechseln, versucht er die Lampe zum erlöschen zu bringen indem er die Batterie abklemmt. Das hilft nichts und er zwickt den Stecker zur Dieselpumpe ab und läßt von seinem Hiwi einen aus einem Unfallwagen bringen. Diese Aktion finde ich zwar nicht gut, aber es ist ja sein Auto. Nachdem das Kabel an den Stecker geflickt ist, was jetzt eine weitere Fehlerquelle für die Zukunft ist, springt der Motor nicht mehr an. Ich habe während der Zeit, den kaüutten Reifen von der Ladefläche geholt und war nicht immer mit dabei. Jedenfalls ist für mich fast klar, dass da Luft drin ist, aber pumpen nützt nichts und orgeln auch nicht. Hester ruft seinen Mechaniker an, er solle wieder kommen, da es ein Problem gibt. Die Entlüftungsschraube will er nicht öffnen, damit kein Diesel sein Einfahrt beschmutzt, aber es bleibt wohl nichts anderes übrig. Also wird der Hiwi geschickt eine Schüssel zu holen und er schraubt die Schraube ganz raus, aber woher soll er es auch wissen, dass man die nur wenige Umdrehungen öffnet. Diesel läuft raus und auch nach pumpen springt das Ding nicht mehr an. Da kommen zwei Typen, ich weiß nicht was die eigentlich wollten, jedenfalls ist einer wohl Mechaniker und schraubt endlich die Pumpe auf und legt den Filter frei. Dann kommt endlich sein Mechaniker und er übernimmt, baut einen neuen Filter ein und macht das Ding wieder zu. Während dessen läßt Hester einen Gartenschlauch holen und die Einfahrt damit abspritzen. Leider springt auch jetzt der Motor immer noch nicht an, was kann das denn nur sein? Der Mechaniker macht dann den Sicherungskasten auf und Hester sagt ihm welche Sicherung für die Einspritzung ist, aber die ist gut, darauf hin läßt er sich ein Kontakspray bringen und der Sicherungskasten wird damit geflutet. Anscheinend war das die Rettung denn nun springt der Motor an. Für mich zwar nicht begreiflich, aber gut. Der Motorraum wird noch mit Wasser ausgewaschen und auch der Boden nochmal, wir bedanken uns und fahren wieder.

Da nun einiges an Diesel verloren gegangen ist, fahren wir zu der Tankstelle, die wir schon kennen und tanken voll. Dann zum Wörmann Brock Supermarkt, leider ist die komplette Kühlung leer, da was repariert wird und mit Fleisch ist somit nix. An der Tankstelle hat Elke gelesen, dass es dort auch Fleisch gibt, also wieder zurück. Es gibt zumindest ein Rinderfilet, aber das reicht nicht, also müssen wir doch zu dem großen Spar. Der Spar Markt ist wirklich sehr groß und man kommt sich vor wie in Deutschland, die Fleisch und Wurstauslage sieht genauso aus und auch das was drinn liegt ist alles deutsch. Auch die Bäckerei hat deutsches Brot und Semmeln, dazu gibt es ein Restaurant, das ich sofort ansteuere da hier mit Pizza aus dem Holzofen geworben wird. Elke will erst noch nach dem Fleisch schauen ich bestelle ne Cola und Pizza. Irgendwann kommt Elke mit den veschiedensten Wildfleisch Sorten und ist ganz Happy, dazu hat sie schöne Körnerstangen und einen Salat. Den darf sie auch hier essen uns so warten wir auf die Pizza, da dann auch kommt und sehr gut schmeckt. Der Kaffee schmeckt übrigens hier auch sehr gut und billig ist alles obendrein. Einzig an der Kasse kostet uns der Spass mit dem Fleisch über 600 Dollar, aber das sollte für eine Woche reichen.

Jetzt könen wir endlich nach 3 Stunden Windhuk die Stadt wieder verlassen und Elke lotst mich auf dem schnellsten Weg auf die B1 nach Norden. Da es sehr früh dunkel wird, können wir das angepeilte Ziel Waterberg heute nicht mehr schaffen und Elke sucht nach einer Alternative, die sich mit der Wewelsburg Farm bietet, die liegt 70 km nördlich von Okahandja und das erreichen wir gemütlich bei Tageslicht.

Wir sind die einzigsten Gäste und der Besitzer heizt gleich mal den Donkey an, damit es warmes Wasser zum duschen gibt, ansonsten ist alles hier sehr einfach aber ausreichend. Wir stellen unser Camp auf und Elke testet gleich mal den neuen Wasserkocher, da es in der Dusche Strom hat. Der funktioniert prima und im dunkeln bereiten wir das Essen vor, bzw. schreiben Bericht. Den neuen Gaskocher, den uns Hester mitgegeben hat ist noch schlechter als der alte und kann definitiv nicht verwendet werden. Überhaupt ist die Ausrüstung die man von Hester bekommt ein zusammengewürfeltes Zeugs, das zum Teil nicht mehr funktioniert und somit wertlos ist, was uns ärgert. Diese Kleinigkeiten machen den Tag immer wieder zum Ärgernis und er legt keinen Wert darauf, dass Dinge die zum Zubehör des Autos gehören auch funktionieren, ein grosser Minuspunkt. Doch wie sollen wir nun das Gemüse anbraten? Elke stellt die Pfanne einfach auf den Grillrost und es klappt, es ist zwar sehr heiß das Gemüse zu wenden, aber es geht dieses Mal. Als Fleisch gibt es heute Beef Stripes, aber die sind so dünn, dass ich Angst haben die fallen durch den Rost und so werden die nach dem Gemüse in der Pfanne auf der Glut gebraten.

Geschmeckt hat das besser als gestern, aber lange nicht so gut, wie das Fleisch das wir schon gehabt haben. Was einem hier und die letzten Abend auch stark beeinträchtigt sind die Unmengen an Motten, großen Bugs und allerlei andere Insekten, die durch das Licht angezogen werden und den Tisch und alles was darauf steht bevölkern. Nach dem Essen sind wir dann beide erst mal duschen, das Wasser ist sehr heiß und man muss obacht geben sich nicht zu verbrühen. Nach dem duschen grad als wir zurück gehen, kommen noch andere Camper angefahren, es ist schon lange dunkel und wir würden nicht in der Dunkelheit fahren wollen. Elke schält noch eine Mango, während die anderen wohl nur ihr Nachtlage herrichten und dann schlafen gehen. Die Mango schmeckt hervorragend und dazu gibt es noch ein Scotch und dann sind auch wir bettreif. Es fahren aber immer noch Autos und LKWs an der Strasse vorbei.

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