Am Ende der Regenzeit – 15. Tag

Auch in der Nacht ist immer wieder mal einer vorbei gefahren. Die Hähne krähen weit vor Sonnenaufgang und die anderen Camper sind noch bei Dunkelheit los gefahren. Wir stehen nach dem Sonnenaufgang auf und Frühstücken. Die Arbeiter kommen und bringen die Tiere aus dem Gehehe auf die Wiesen und später kommt auch der Besitzer und nimmt den Gaskocher mit, das hat er mir gestern Abend noch angeboten. Er schaut mal ob er mit Druckluft das Ding gangbar machen kann. Nach einiger Zeit kommt er wieder und meint er würde einigermaßen gehen, aber auf unserer Gasflasche geht er nicht, gut die ist auch nicht mehr so voll und bringt wohl auch zu wenig Druck, was sich an dem alten Kocher schon gezeigt hat. Somit hat sich das Kochen mit Gas auf dem Teil für den Rest des Urlaubes erledigt, unbrauchbar. Wir reden noch ein paar Minuten über das Leben in Namibia und verabschieden uns dann.

Die Fahrt nach Norden geht wie gestern durch grünes mit vielen Bäumen bewachsenen Farmland, hauptsächlich aber Tierzucht. In Otjiwarongo fahren wir durch den Ort, würden gerne im Spar einen Kaffee trinken, aber da ist irgendeine Veranstaltung auf dem Parkplatz und wir fahren lieber weiter. 20 km vor Tsumeb machen wir dann wieder mal eine Pippipause und gleich Mittag, da es einen schönen großen schattenspenden Baum gibt.

In Tsumeb besorgen wir bei Cymot nochmal eine Campingaz Kartusche, damit wir wieder einen Gaskocher betreiben und wir an den Abenden noch unsere Lampe nutzen können. Zwei Jungs kommen sofort ans Auto gesprungen und haben eine Liste mit Spenden dabei, die sie für das Fußballteam sammeln. Demnächst gibt es wohl ein Spiel gegen eine Mannschaft aus Windhuk. Als wir dann vor den Spar Markt fahren, wo Elke noch ein paar Kleinigkeiten kaufen will, bleibe ich am Auto und einer der Jungs kommt wieder her und erzählt von deutschen Fußballvereinen und Spielern. Dann bittet er um irgendwas deutsches und ich verspreche ihm er bekommt was, wenn Elke wieder da ist. Als sie kommt geben wir dem jungen ein T-Shirt von mir und er ist sichtlich glücklich damit, auch wenn es ihm reichlich groß ist und er mit dem aufgedruckten Logo wohl nicht viel anfangen kann.

Wir fahren die letzten 100 km bis nach Namutoni in den Etosha Park. Am Eingangstor muss ein Permit ausgefüllt werden und wir dürfen die Schranke passieren. Kurz danach sehen wir schon die ersten Zebras im Busch stehen und wir fahren für Fotos zurück. Dann tauchen noch mehr Zebras neben der Strasse auf und sogar eine Giraffe, das fängt ja gut an. In Namutoni gehen wir ins Office, legen unsere Buchungen vor und bezahlen dort auch den Eintritt für die nächsten 5 Tage. Das sind 850 Dollar, ganz schön viel im Vergleich und dafür bekommen nicht mal eine Karte vom Park, die müsste man sich im Shop besorgen, aber in unserem Reiseführer ist eine ausreichend gute Karte drin, so dass wir diese zunächst mal benutzen wollen.



Im alten deutschen Fort Namutoni werfen wir mal einen Blick Richtung Wasserloch. Von hier kann man zwar ein paar wenige Tiere sehen, aber der Blick zum Wasserloch wird durch hohes Schilf versperrt. Wir suchen dann erst mal eine Campsite und wählen die Nummer 3, auf der es 2 schöne Bäume schattenspendende Bäume hat. Tisch und Stühle werden aufgebaut, Elke würde gerne ein Sprite trinken, aber da es das letzte gekühlte für ein Radler ist, gibt es etwas Zank darum und sie trinkt dann einen Kaffee. Wir schreiben Bericht und Postkarten und ruhen uns erst mal aus.


Dann ist Game Drive angesagt, wir haben noch 2 Stunden bevor das Tor schließt, das ist heute um 17:57 Uhr. Kurz nach Namutoni sind schon die ersten Tiere zu sehen, Oryx, Gnu, Springbock und Zebra, dann kommt eine ganze Herde Giraffen in Sicht, die auch alle zu uns rüber laufen. In einer Kurve läuft eine Schildkröte auf der Strasse und am Wasserloch Chodab sind 2 Giraffen. Es scheint, als lauert irgendwo Gefahr, denn sie trinken nicht, obwohl sie das immer wieder anstreben. Es dauert einige Minuten bis eine etwas trinkt, dann aber abrupt abbricht und weiter zieht. Die andere macht immer wieder einen Schritt aufs Wasser zu, traut sich aber auch nicht zu trinken. Wir warten ziemlich lange, die Giraffe verharrt immer noch unentschlossen und wir fahren wieder vor zur Hauptstrasse. Der Blick auf die Etosha Pfanne ist schon toll, man könnte wirklich meinen es ist Wasser drin; wie bei einer Fatamorgana wird einem das vorgegaukelt. Die Fahrt zum nächsten Wasserloch geht durch den Busch, wir sehen gepunktete Hühner, Impalas und Kudus. Am Wasserloch selbt ist allerdings nichts los. Also wieder zurück und noch ein paar Sonnenuntergangsbilder einfangen; die zahlreichen Giraffen werten diese Bilder noch richtig auf.





Rechtzeitig sind wir am Camp und jetzt ist schon etwas mehr los, es ist aber nicht voll. Wir nehmen das Stativ und suchen den Weg zum Wasserloch, der geht über etliche Holzstege an den Unterkünften vorbei und wir kommen noch rechtzeitig zum letzten Tageslicht. Gnus sind gerade da und die jungen Tiere tollen umher. Dann kommen noch Zebras zum Trinken, verschwinden aber auch gleich wieder, genauso wie wir.


Am Camp läuft das gewohnte Procedere ab, Zeltaufbau, Feuerholz hacken und Grill anzünden. Elke bereitet Gemüse und Fleisch vor und ich tippe bei einem Radler den Bericht und sichte die Bilder. Heute kommt Zebrafleisch auf den Grill und das ist dermaßen gut und weich, ein Traum. Das Gemüse wird wieder in der Pfanne auf dem Feuer gebraten und bekommt dadurch einen besonderen Geschmack, den man sonst nur mit einem Wok erhält. Das Abendessen ist jedenfalls top und wird mit einem gutem Nachtisch und Drink gekrönt.

Hinterher wird noch abgespült und geduscht und wir lassen den Abend ausklingen. Das war schon mal ein guter Auftakt im Park, mal sehen was der morgige Tag bringt.

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