Am Ende der Regenzeit – 16. Tag

Um 5 Uhr ist die Nacht für uns um und wir beginnen langsam mit Frühstück und zusammenpacken. Ich glaube wir sind die einzigen, die um diese Zeit frühstücken. Um kurz vor 6 h kommt auch bei den übrigen Campern Bewegung auf und die meisten starten auch gleich, noch nicht mal für einen Kaffee ist Zeit. Wir passieren um kurz nach 6 h das Gate und machen uns auf nach Chodab.

Die Sonne geht auf und wie bestellt rücken zwei Giraffen ins Bild und werfen sich in Pose. Ich bin so darauf fixiert zu fahren und das Ziel zu erreichen, dass ich gar keine Augen für die Umgebung habe. Elke schreit plötzlich „DA“ und „HALT“ also bremse ich weiß noch gar nicht warum, bis ich rechts vor uns den Grund sitzen sehe: ein Leopoard. Bis die Kamera trotz Griffweite in Stellung ist, läuft er auch schon über die Strasse.



Mein Foto hat noch ein Problem mit der Speicherkarte und Elkes Kamera ist nicht auf das Licht eingestellt. So ne Sch…. der Leopard bleibt ein paar Meter links neben der Strasse im Gras sitzen und inspziziert die Umgebung und entfernt sich immer weiter. Wir fahren weiter zum Wasserloch und freuen uns über diese ausergewöhnliche Sichtung.



Am Wasserloch ist schon richtig was los: Eine Hyäne hat wohl schon genugt und es kommen etliche Gnus zum trinken.Wir beobachten für einige Zeit das Kommen und Gehen und es geht den kurzen Stich wieder zurück auf die Hauptroute. An der Sichtungsstelle von vorhin, stehen jetzt etliche Autos, aber der Leopard ist wohl gerade weit weg oder nicht zu sehen. Wir fahren weiter, zunächst nach Namutoni, Wasser vom Kühlschrank holen, Saniätreinrichtung aufsuchen und Post einwerfen. Dann weiter auf der Strasse nach Norden, dort sehen wir Springbock, Gnu, Zebra und Giraffen, auch 2 Warzenschweine und etliche bunte Vögel. Die Strasse führt dann direkt durch die Pfanne, bzw. Sumpfgebiete; da steht tatächlich noch das Wasser und es folgt auch noch ein großes Schlammloch. Die Straße wird auch immer schmieriger und matschiger so dass wir hier beschließen umzudrehen, bevor wir festsitzen.



Es gibt noch eine weitere Strasse nach Norden von Namutoni aus und wenn wir gerade weiter gefahren wären, dann wären wir hier raus gekommen. Im Sichtungsbuch in Namutoni habe ich auch gelesen, dass an einer der Wasserstellen ein Rhino gesichtet wurde, aber jetzt ist rein gar nichts zu sehen. Wir treffen auf andere und die erzählen, dass gleich hier am Wasserloch 2 Löwen im Schatten schlafen, also fahren wir rein sehen aber nichts und auch weitere Autos kommen und sehen keine Löwen, dafür erfahren wir, dass der Leopard dann noch einen Springbock gerissen und die Beute fast bis zur Strasse geschleift hat, tja das haben wir leider verpasst, genauso wie die Löwen hier.



Der Weg führt uns ein weiteres Mal nach Chudob und jetzt sieht man ein noch junges totes Zebra vorm Wasserloch liegen und 4 Schakale reißen daran rum, auch ein Raubvogel macht einen Versuch auf einen Happen, kommt aber nicht zum Zug. Wer das Zebra gerissen und liegen gelassen hat, ist nicht auszumachen. Es steht noch ein kleines Rudel Eland Antilopen hier, die belassen es aber mit Gras und kommen nicht ans Wasser. Dafür kommen dann noch weitere Zebras und Warzenschweine.


Wir stehen eine ganze Weile am Wasserloch und warten auf weitere „Darsteller“ und nach gut ner halben Stunde geht die Fahrt weiter und wir kurven weit durchs Land, jedoch ohne weiteren Sichtungen. Wir steuern die nächsten Toiletten mitten in der Pampa an und diese sind in einem erbärmlichen Zustand. Da sehen die Rastplätze im KTP doch wirklich erstklassig aus. Für die 85 Euro Eintritt wird einem hier wenig an Infrastruktur geboten, keine Visitor Information mit Material über den Park, keine Ranger die Fragen beantworten, tja das ist nicht USA und auch nicht Südafrika.



Wir erreichen gegen Mittag unser Tagesziel Halali und checken erst mal ein, wenn man das so nennen will, ob wir das müssen wissen wir nicht, man könnte auch so rein fahren. Fest vergebene Plätze gibt es auch hier nicht, also ist es egal ob man sich regisitriert. Der Campingplatz ist größer als Namutoni, aber lang nicht so schön. Es hat zwar Bäume, aber die lassen viel Sonne durchscheinen und der Boden ist steinig, kein Vergleich. Wir suchen uns eine Site in der Nähe des Wasserloches. Die ausgewählte Site hat keinen Strom, also nochmal eine andere nehmen, Platz ist genug. Dann gibt es wieder einen Tomaten-Gurken-Salat mit Ziegen-Feta und Biltong mit Brot. Danach wird noch der Bericht geschrieben und wir machen ein wenig Siesta.


Gegen 15 Uhr fahren brechen wir nochmal auf und fahren und fahren durch den Busch. Überall kann man erkennen, daß Elefanten hier waren, wir sehen jedoch keinen. Auch andere Tiere sind rar, nur ein paar wenige Giraffen, Impalas und Springböcke. Die Strassen sind stark ausgewaschen und tiefe Spuren sind eingefahren, jetzt ist es zwar trocken aber sehr holprig. Am Etosha Viewpoint wollten wir zwar den Sonnenuntergang ansehen, aber wir können nur schwer abschätzen, wie lange wir zurück ins Camp brauchen um rechtzeitg vor Torschluß im Camp zu sein, also wird vom „Beach“ eine kurze Aufnahme gemacht und wir düsen zurück nach Halali.

Dort fahren wir direkt zum Wasserloch, es sind viele Leute da, die Sonne geht gerade tiefrot unter, ansonsten ist nichts in Sichtweite. Wir warten lange bis es fast dunkel ist, dann taucht lautlos ein Rhino auf, einfach so aus dem (Nichts) Busch. Es kommt langsam näher zum Wasser und beginnt zu trinken, steigt nahezu etwas unbeholfen und wacklig auf den Beinen ins Wasserloch und trinkt immer wieder. Irgendwann hat es genug, beendet das Fußbad und bleibt am Wasserloch stehen. Dann verschwindet es im Busch,  kommt nach einigen Minuten von der anderen Seite aus dem Busch. Ich würde sagen es waren 2 Rhino; Elke meint es war das das gleiche von soeben, weil es auf dem Nachhauseweg gemerkt hat, das es doch noch Durst hat. Sei es wie es will, wr haben ein Rhino gesehen und nach dem ereignislosen Nachmittag doch noch Glück gehabt.


Zurück am Camp wird alles fürs Abendessen vorbereitet, heute gibt es Ostrich (Strauß). Das Steak ist zwar gut, aber an Geschmack und Zartheit des Zebra-Steaks kommt es nicht ran. Da wir heute ziemlich erledigt sind, kriechen wir dann auch schon bald in unsere Behausung.

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