Am Ende der Regenzeit – 17. Tag

Und schon wieder klingelt der Wecker, natürlich ist es immer noch dunkel und wir wollen und müssen raus. Frühstück wie üblich dann zusammenpacken. Um 6 Uhr gehen wir den Weg hoch zum Wasserloch, es sind schon ein paar weinige Leute da, aber keine Tiere. Vielleicht sind wir zu ungeduldig, aber auch die anderen halten sich nicht allzu lange und wir gehen auch nach einer halben Stunde.

Zum Goas Wasserloch soll es nochmal gehen. Auf dem Weg dorthin entdecken wir nach einer scharfen Kurve auf der Straße Tiere. Die machen sich sofort aus dem Staub und verschwinden im Busch und wir erkennen gerade noch, dass es eine Löwin mit 2 Babys war. Das Foto von hinten wird natürlich nicht besonders. Wir stellen sofort den Motor aus und lauschen; wir hören sie auch noch im Busch, jedoch lässt sie sich nicht mehr blicken und nach einiger Wartezeit fahren wir weiter. 

In Goas gibt es nicht viel zu sehen, in der Ferne sind Hyänen auszumachen aber viel zu weit weg für ein Foto. Es geht auf die Hauptstrasse und nach Süden, wir fahren ein paar Wasserlöcher an, aber auch nichts zu sehen. In der Ferne ist was auszumachen, vielleicht sind das Elefanten. Ein vermeintliches Tier richtet sich gerade auf, das muss (!) ein Elefant sein der den Rüssel hebt, aber ich bekomme statt dessen nur ein Lachen von Elke zurück die im Fernglas sieht was es ist: Ein Kipplaster. Manch anderer Elefant in der Ferne entpuppt sich nicht selten als Zebra, aber die sehen sich ja auch sehr ähnlich.


Vor dem Gemsbokvlakte Wasserloch kommen uns nicht enden wollendene Herden von Zebras entgegen und am Wasserloch selbst ist Hochbetrieb: Zebras, Springböcke, Oryx und Schakale tummeln sich dort. Die Zebras steigen auch immer wieder direkt ins Wasserloch; ein unglaubliches Schauspiel und ein stetes Kommen und Gehen.




Am Wasserloch Olifantsbad hingegen ist gar nichts los. Wir fahren zur nahegelegenen Picknick Aerea die komplett eingezäunt ist. Ein sehr holpriger und rauher Weg führt zu den Toiletten und wenigen Picknickplätzen; das sieht zwar schon besser aus als gestern, aber wirklich einladend ist es auch hier nicht.

Von dort fahren wir direkt ins Camp Okaukuejo, wo wir die nächsten 3 Nächte verbringen. Das Camp sieht sehr gut aus, alles schön angelegt und schöne Gebäude. Wir bekommen hier eine Site zugewiesen und sehen uns kurz im Shop um. Die Einfahrt zum Campingplatz finden wir nicht gleich, da man das Camp erst durch ein Tor verlassen muss um dann gleich durch ein Zauntor wieder rein zu fahren. Unsere Site hat 2 Bäume, wovon einer 2 große Webervögel Nester trägt. Schatten haben wir jedenfalls und Vögel, da wir direkt in der Einflugschneise stehen und die gefiederten Freunde hier eine Wasserstelle haben, natürlich auch. Ein paar Hörnchen sausen wie verrückt über den Platz und tollen umher. Gerade als wir ankommen bekomme ich Kopfschmerzen und lege mich nochmal ins Auto, bis Elke zum Essen ruft.


Auch wenn es mittags immer wieder dasselbe gibt, der Salat mit Feta ist einfach prima und erfrischend. Nach dem Essen suchen wir das Wasserloch und werden nach etwas Umherirren hinter den luxurösen Rundhütten fündig.

Es geht natürlich nochmal auf Nachmittags-Game-Drive. Ziel ist Nebrownii, auf dem Weg dorthin kommen uns zwei große weiße Gestalten entgegen, zwar nicht an der Strasse, sondern etliche Meter im Dornbusch und wir können es kaum fassen: es sind tatsächlich Dickhäuter. Im Sichtungsbuch haben wir gelesen, dass am Wasserloch gestern zwei Elefanten gesehen wurden und jetzt kommen sie wohl gerade von dort. Fotos sind allerdings durch die Entfernung und die Büsche nicht gut möglich, deshalb fahren wir nach Nebrownii. Dort ist wieder mal Leere, also umdrehen – mal sehen wie weit die Elefanten nun sind. Die Entfernung der Elefanten zur Strasse ist immer noch gleich und so stellen wir uns an den Strassenrand und warten ab, fahren immer wieder mal ein paar Meter weiter vor, aber gut zu sehen sind sie nicht. Das geht eine ganze Stunde so, dann kommen die Strassenarbeiter mit etlichen LKWs angerauscht und stauben uns ein. Auch sie stoppen kurz und sehen sich die Elefanten an; vom erhöhten Sitzplatz des LKW’s haben die natürlich einen weitaus bessern Blick. Da es den Anschein hat, die Dickhäuter wenden sich nun von uns ab, fahren wir nach Pan an den Rand der Salzpfanne. Zwar ganz „nett“ hier aber auch nicht spektakulär und weit und breit nichts, was wir entdecken können und  es geht wieder zur Hauptstrasse zurück. Die beiden Elefanten sind kurz davor die Strasse zu Überqueren, was für ein Glück. Darauf haben wir ja gewartet. Es haben sich mittlerweile einige Autos eingefunden und wir erleben die Elefanten nun ganz nah, wie sie die Strasse passieren. Als sie auf der anderen Seite im Gegenlicht sind, ist für uns das Spektakel vorbei, wir haben tolle Bilder machen können und sind glücklich.




Im Camp tanken wir – vielleicht schon zum letzten Mal – und bauen das Dachzelt auf. Danach packen wir die Fotoausrüstung und gehen zum Wasserloch. Die Sonne ist gerade am Untergehen und wir setzen uns auf eine Bank. Zu sehen gibt es gerade keine Tiere, dafür genießen wir den Sonnenuntergang. Auch lange danach kommen keine Tiere, so bereiten wir erst mal das Abendessen vor.


Heute gibt es nochmal einen Rest Strauss und Oryx, als Vorspeise die letzten Rinderwürstchen und Elke kocht zum Gemüse noch Kartoffeln, ein richtig gutes Abendmahl, das wir allerdings vor den Schakalen, die hier herumstreunen, im Auge behalten und beschützen müssen. Sie versuchen immer wieder, was vom Grill zu erhaschen, was ihnen aber nicht gelingt – dafür gibts einen Steinwurf hinterher.

Nachdem unsere Nachbarn lange nicht mehr vom Wasserloch zurückkehren, muss es da jetzt was Interessantes geben und nach dem Abwasch gehen wir mal schauen. Dort ist jetzt das Hauptprogramm zu sehen. 2 Elefanten, 4 Nashörner, eine Hyäne und eine Giraffe sind da und es ist ein Schauspiel erster Klasse. Gespannt schauen alle den Tieren beim nächtlichen Umtrunk zu; es herrscht Flüstermodus. Es kommt eine Herde Zebras,  die kurz bevor sie zum trinken ansetzen, von einem Nashorn attackiert werden und ins Wasser fliehen, um zum Zuge zu kommen. Die Herde verlässt den Ort auch rasch wieder. Die ersten beiden Elefanten verschwinden lautlos in der Finsternis, als würde man sie ausblenden und prompt tauchen zwei weitere Elefanten aus der Finsternis auf.






Wir wollen wir noch duschen und sind wohl die letzten, die heute das Waschhaus benutzen, es ist schon nach 22:00 Uhr. Als wir fertig, können wir es nicht lassen ein weiteres Mal zum Wasserloch zu gehen, das von unserer Site nicht weit entfernt ist. Die Schauspieler haben gewechselt: ein Nashorn, ein Elefant und Löwenmütter mit ihren Kindern sind nun da. Wow darauf haben wir gewartet und sind happy. Wenn die Löwin zum Ruf ansetzt und ein Männchen, das etwas weiter weg außer Sichtweite ist, mit tiefem Gebrüll erwidert, dann geht das durch Mark und Bein und man bekommt eine Gänsehaut, so ergreifend sind die Geräusche. Leider ist das Wasserloch weit weg und die Beleuchtung nicht sehr hell, so dass man mit der ISO Zahl weit hoch muss, ob die Bilder was werden wird sich zeigen. Ich glaube es war schon nach 23:00 Uhr als wir endlich nach diesem ereingnisreichen Tag in unsere Schlafsäcke steigen.

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