Am Ende der Regenzeit – 18. Tag

Die Schakale haben während der Nacht den Mülleimer, die hier nicht wie in Hallali gesichert sind, umgeworfen und geplündert. Schon wieder um 5 Uhr aufstehen, es fällt immer schwerer. Wir sind wieder die ersten auf dem Platz und essen unser Müsli. Noch bevor die Sonne aufgeht sind wir am Wasserloch. Die Lampen sind aus und es ist zum fotografieren zu dunkel. Die Löwen sind noch da.

Die Babys tollen herum, aber die Mama macht sich langsam auf den Weg und muss die Kinder immer wieder auffordern zu kommen. Bevor es einigermaßen hell ist, sind sie verschwunden und so auch wir.

Wir packen schnell zusammen, vielleicht können wir die Löwen ja von der Strasse aus noch sehen. Aber leider haben sie wohl einen anderen Weg eingeschlagen. Dafür ist der Sonnenaufgang dank der Wolken heute wieder besonders schön.




Auf dem Weg nach Okondeka halten wir immer wieder für Fotos. Am Wasserloch, wo vorgestern am Morgen Löwen gesichtet wurden sind zwar viele Gnus, Springböcke, Oryx und Schakale, aber keine Löwen.

Wir warten etwas und fahren dann zum Zauberwald. Das hört sich vielversprechend an, ein anderer Begriff dafür ist Upside Down Forest, weil man sich die Sage erzählt, als Gott an den Moringabäumen vorbei ging fand er sie so häßlich, dass er sie umgekehrt in die Erde steckte. Hier gibt es eine Vielzahl dieser Bäum; sie werdne auch gerne von den Elefanten umgeschubst. Spektakulär ist diese Gegend nicht und so drehen wir auch nach etlichen Kilometern  wieder um.


In Okondeka sind jetzt noch mehr Gnus und auch Zebras da. Ein Gnu Bulle attackiert immer wieder seine Wiedersacher und jagt diese über die Fläche, er hat ganz schön zu tun, da es sehr viele sind. Strausse lassen sich im Sand nieder, streuen mit den Federn Sand und Erde über sich und reiben den Kopf in der Erde. Springböcke hüpfen durch die Gegend, jedoch sind die Tiere vom Parkplatz sehr weit weg, so dass wir keine Fotos davon machen. Es kommen auch immer mehr Zebras, wir legen uns eine halbe Stunde zurück die Müdigkeit fordert ihren Tribut. Es kommen auch immer wieder Autos und so ist an Schlaf nicht zu denken. Es gibt somit ein zweites Frühstück hier draußen. Als wir damit fertig sind und immer noch keine Löwen auftauchen, fahren wir ins Camp zurück. Auf dem Weg dorthin sehen wir noch etliche Zebra Herden.



Zurück im Camp wird erst mal ausgeruht und getrunken. Wir schauen uns die Bilder an und schreiben schon mal Bericht. Dann macht Elke wieder einen Salat und wir essen und wir machen danach kurz Siesta, bis neue Nachbarn kommen die ihr Auto immer wieder umparken und ständig den Motor laufen lassen, das nervt. Bis wir wissen was wir nun machen dauert es einige Zeit.



Im Park haben wir schon viele Strassen abgefahren und morgen soll es ja auch noch mal Programm geben. Der hintere linke Reifen hat schon wieder zu wenig Luft, was das Nachmessen beweist, also fahren wir erst mal zur Tankstelle. Die Frau Tankstellenwärterin, die uns auch gestern bedient hat, sagt sie hat zwar Luft, aber das Messgerät sei kaputt. Macht nix, hab ja selbst eins, also schaltet sie den Kompressor ein und ich fülle Luft nach, hoffentlich hält der Reifen. Erst heute habe ich nachgedacht, wann ich bzw. wir den letzten Platten hatten: es war 1999 im Frankreich Urlaub, da hatten wir gleich zwei; einen in Mimizan Plage und den nächsten in Paris. Also seit 13 Jahren keinen Platten, weder im Urlaub noch zu Hause und das bei den Pisten, die wir in USA und auf Island gefahren sind.

Wir drehen noch ne Runde und Elke navigiert mich auf eine noch nicht befahrene Strasse über die Savanne und durch den Busch. Wir entdecken aber nicht viel. An der Gemsbockvlakte sind gerade mal 4 Zebras und auf dem weiteren Weg sind wieder die 2 Elefanten von gestern zu sehen, aber weit weg und im Busch. 500 Meter weiter steht ein Bus an der Seite und wir halten natürlich, es ist aber nichts zu sehen. Der Fahrer verrät, dass hier 2 Löwen liegen, wir sehen immer noch nichts, doch dann entdeckt Elke einen Löwen, der unter einem Baum schläft. Ich brauche noch etwas Nachhilfe bis ich ihn auch sehe. Wahnsinn, gerade haben wir uns unterhalten nun eigentlich alle Tiere gesehen zu haben, nur Löwen bei Tageslicht nicht und schon liegt einer vor uns. Er ist zwar durch ein paar Büsche verdeckt aber man kann ihn gut sehen, es ist ein junges Männchen mit einer noch kleinen Mähne, trotzdem sehr schön anzusehen. Ab und zu hebt er den Kopf um nachzusehen wer ihn wohl stört. Erst später sehen wir dass direkt hinter ihm eine junge Löwin liegt, die sich kaum rührt.



Der Bus fährt zum Glück bald weiter so dass wir nun den besten Standpunkt haben. Es kommen dann noch weitere Autos die natürlich auch alle stehen bleiben. Wir warten ab, ob die beiden sich noch erheben, aber das werden sie wohl erst nach Sonnenuntergang tun und da müssen wir schon im Camp sein. 15 Minuten vor der Schließung des Gates fahren wir los, es sind nur 3 km bis Okaukuejo und wir richten schnell unser Zelt auf, schnappen die Fotoausrüstung und ziehen zum Wasserloch. Dort sind gerade noch 3 Giraffen beim Trinken und 2 Elefanten kommen gerade. Wir beobachten das Treiben, bis die Elefanten wieder von der Bühne verschwinden und gehen dann auch, da vorerst keine anderen Darsteller einen Auftritt haben.

 

Das Feuer wird angeheizt und ich gehe gleich mal zum Duschen. Der fehlende Duschkopf wurde erneuert, aber der Ablauf um den sich heute gekümmert wurde geht immer noch nicht. Nach meiner Komplettwäsche ist Elke schon soweit mit der Küche und wir können Grillen und das Gemüse auf dem Feuer braten. Es gibt Oryx, der wieder mal sehr gut ist. Die Schakale haben den Braten auch schon gerochen und wir müssen sie immer wieder verjagen; nur dumm, dass unsere Nachbarn ihnen was zu fressen gegeben haben. Die Löwenbilder werden dann auch noch angesehen und es sind doch ganz brauchbare dabei, leider ist halt immer wieder ein Zweig im Weg.

Nach dem Essen gehen wir wieder Bushmann-TV schauen. Wir sind erst gegen 21:00 Uhr dort und die Zuschauerplätze sind alle belegt, es dauert aber nicht lange und wir bekommen eine freie Bank. 5 Rhinos sind da und eine Giraffe, zwei Elefanten sind gerade am Kommen. Also das Programm kann losgehen und es ist schon immer wieder aufs Neue beeindruckend, wie sich die Tiere verhalten.



Die Rhinos stehen lange dicht gedrängt neben oder voreinander und rühren sich nicht, dann auf einmal kommt Hektik auf, sie schnaufen heftig und es sieht so aus als würden sie raufen. Ein Rhino weicht dann immer wieder rückwärts aus.


Die Elefanten trinken immer wieder gemütlich und geben sich als Abschluss eine Munddusche. Nahezu 200 Liter können diese Tiere in sich reinschütten und teilweise gurgelt das Wasser in den Schlund wie bei einem Gully. Die Giraffe ist besonders vorsichtig, sobald es ein Geräusch gibt, sieht sie auf, verharrt in der Stellung und wartet ab. Als Löwen dann zum ersten Mal zum Gebrüll ansetzen, das aber noch aus einiger Entfernung kommt, trinkt sie nochmal weiter. Als die Löwen das zweite Mal brüllen,  klingt das schon näher und sie zieht sich langsam zurück, dabei macht sie immer wieder Pausen beim Gehen. Es kommt noch ein weiteres Rhino, sommit haben wir 6 wobei eines wohl ein Spitzmaul- und die anderen Breitmaul-Rhinos sind. Dann kommen noch mal 2 Elefanten, die anderen beiden sind in der Dunkelheit verschwunden. Die Löwen brüllen immer wieder, aber sie kommen wohl nicht näher. 2 Eulen fliegen auch heran und lassen sich auf den Bäumen nieder und beobachten die Szenerie genau wie wir. Schakale laufen die ganze Zeit durchs Bild. Einfach toll das zu beobachten, aber irgendwann werden wir müde und verziehen uns.

Weitere Bilder des Tages

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.