Am Ende der Regenzeit – 21. Tag

Wir konnten mal wieder ausschlafen und sind erst um 6:45 Uhr aufgestanden, haben gemütlich gefrühstückt und dann alles weitere auch in Ruhe erledigt. Ich habe dann noch den Kompressor raus geholt und hinten links Luft nachgefüllt, der Reifen verliert jetzt täglich Luft. Um 8:30 Uhr fahren wir vom Hof und wieder raus in die Wüste. Es sind bis Hentiesbay ca. 100 km, die es zunächst durch einige Riviere auf und ab geht, an den Hütten der Herero vorbei, die auch immer wieder an der Strasse versuchen Dinge zu verkaufen und uns zuwinken. Ein Eselswagen kommt uns entgegen, viel mehr Verkehr ist nicht. Irgendwann geht es dann nur noch schnurgerade langsam dem Atlantik zu. Die Luft ist schon merklich kühler und es weht ein heftiger Wind.


Kurz nach Hentiesbay gibt es eine Polizeikontrolle ,die wir aber schnell pasieren können ,dann sieht man ein gestrandetes Schiff an der Skelettküste, also runter von der Salzstrasse, den 4WD eingelegt und rein in den Sand. Der ist ganz schön tief und schwer zu befahren. Wir kommen aber ganz gut hindurch und halten im weichen Sand, was keine gute Idee ist, denn möglicherweise kommen wir nicht mehr weg. Aber das soll später die Sorge sein, jetzt wird erst mal an den Strand gelaufen und fotografiert.


Wie aus dem Nichts kommen auf einmal 2 Männer auf uns zu und wollen uns Steine verkaufen. Wir sind nicht interessiert und dann fragen sie nach Wasser und Brot, da sie aus dem Damaraland sind und hier am Strand schlafen und nichts haben. Damit können wir helfen und sie sind froh etwas bekommen zu haben. Mittlerweile kommen weitere Besucher und sie stürzen sich auf die. Derweilen versuchen wir weiter zu fahren was nicht gelingt, schiiet. Also die Untersetzung rein und los, es geht mühsam aber langsam mit hoher Drehzahl kommen wir vorwärts, bleiben aber wieder stecken als ich versuche zu schalten. Vorwärts geht nun gar nichts mehr, aber rückwärts zum Glück. Dann nehme ich nochmal Anlauf und fahre vorwärts langsam raus, geschaltet wird nun nicht mehr, der Motor dreht hoch und ich wühle mich in Richtung Strasse.

Wir fahren weiter auf der Salzstrasse nach Swakopmund. Die Stadt ist doch größer als erwartet und wir müssen uns erst mal orientieren. Das Auto wollen wir am Swakopmund Hotel abstellen, dort soll man wohl parken können. Als wir an der Polizei vorbei kommen, denken wir dass wir auch hier parken könnten, allerdings ist kein Parkplatz frei und wir fahren um den Block und landen beim Hotel. Der Parkplatz davor ist groß und hat genügend freie Plätze. Wir sind uns noch unsicher, ob wir auch parken dürfen und als ein Wächter daher kommt, fragen wir. Das Parken ist kein Problem, es kostet auch nichts, was aber auch kein Problem wäre.

Wir nehmen einen Foto und die Strassenkarte mit und ziehen los in die deutscheste Stadt in Namibia. Der kalte Wind vom Atlantik zieht durch die Strassen und im Schatten kann es da schon sehr kühl werden, obwohl die Sonne scheint. Wir sehen uns die historischen Häuser an und es gibt auch viele Geschäfte, Cafes und Bäcker, viele mit deutschen Namen. Es gibt auch überhaupt keine Bettler und auf den Strassen fühlt man sich sicher.


So schlendern wir gemütlich durch die Strassen und Geschäfte und kaufen im Wörmann Haus, wo jetzt der Sitz der NWR ist, das Permit für morgen. Die Frau im Büro hat einen Schal umgebunden und eine dicke Winterjacke an, obwohl sie nicht sichtlich erkältet ist. Es ist einfach ein komplett anderes Klima hier an der Küste.


In einer deutschen Bäckerei und Metzgerei essen wir zu Mittag, ich versuche die Nürnberger Bratwürste mit Kartoffelsalat und die schmecken so gut, dass man nicht mal Senf dazu braucht. Dann sehen wir uns noch im Wörmann Brock Supermarkt um, um später die Preise vergleichen zu können. Der ist wirklich gut sortiert und bietet alles was man braucht. Es geht noch zur Jetty, wie die Landungsbrücke hier genannt wird. Jetzt ist sie zwar nicht mehr so lange, aber man kann wieder raus gehen und die Stadt vom Meer aus ansehen.


Der Südwester weht hier stark und kalt, die Wellen brechen sich an den Betonpfeilern, ein Klima, das so gar nicht nach Namibia passt. Durch die etwas abgelegenen Strassen und am Prinzessin Ruprecht Heim und der Kaserne vorbei geht es  zurück zum Auto, es ist schon spät und wir wollen noch einkaufen.


Das tun wir im Spar, der ebenfalls sehr gut sortiert ist und Wildfleisch hat;  wir legen da noch mal 650 Dollar hin. Es sind auch sehr viele Angestellte, die hier arbeiten, das ist bestimmt das 4-fache was sonst so üblich ist, jeder hat einen festen Job und wenn es nur das Polieren der Zitrusfrüchte oder das Abwiegen des Gemüses ist. Ich bin unschlüssig, ob ich nochmal etwas Diesel tanken soll, es ist schwer einzuschätzen, da wir noch nie den Tank leer gefahren haben und da es morgen in die Wildnis geht, tanke ich lieber nochmal 30 Liter. An der Shell kommen sofort 5 Arbeiter her gesprungen und fangen an mit tanken und jede Scheibe am Auto wird sauber geputzt, sogar die Scheinwerfer. Die sind wirklich mit Freude und Eifer am werkeln. Ich lasse nochmal den hinteren linken Reifen checken, aber der Druck ist ok. Auch habe ich erfahren dass gestern Bayern gegen Rom in der Champions League gewonnen hat, das interessiert mich aber nicht. Als sie dann ein Trinkgeld erhalten strahlen die Gesichter und wir fahren weiter. Wir haben uns dann etwas verfahren und die B2 nicht gefunden, da sie nicht ausgeschildert ist, dank GPS findne wir den Weg und die 12 km raus zum Sophia Dale Basecamp.

Die Sites sind schön angelegt, mit Holzzaun und teils mit Überdachung und wir haben uns eingerichtet. Das Feuer hat heute auch mehr Unterstützung gebraucht, es ist immer wieder anders und wenn man nicht genug Kleinholz hat schwierig. Der Wind hat zwar nachgelassen aber es ist hier schon ganz schön kühl und ein Fleece ist notwendig. Elke macht dann einen Salat zum Essen und irgendwann gibt es auch eine schöne Glut und wir können endlich Grillen.

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