Am Ende der Regenzeit – 25. Tag

Zum Sonnenaufgang stehen wir auch heute wieder auf, zunächst wird in der Sonne gefrühstückt und dann beginnen wir auch unsere beiden Taschen zu packen. Das Ganze dauert etwas, aber wir haben auch Zeit, der Heimflug geht erst heute Abend. Nach 9 Uhr verlassen wir die Campsite und fahren nach Windhuk, in die Stadtmitte. Im Reiseführer wird ein sicheres Parkhaus beim Kalahari Sands Hotel beschrieben, dort wollen wir hin, wissen aber gar nicht, ob wir da überhaupt von der Höhe her rein passen. Der Verkehr wird in der Stadtmitte immer stärker, aber ich lotse Elke, die ja fahren muss wegen der Polizeikontrolle, gut zum Parkhaus. Wir passen gerade so rein, aber so ein Parkhaus ist auch in Namibia eng und wenn man die Lenkung komplett einschlägt, dann ruckt es stark beim Fahren. Dort wo wir gerade stehen, steht an der Wand „Car Wash“ und wir wissen nicht, ob man da parken darf. Da auch die Ausfahrt hier ist, gehe ich rüber zum Kabäuschen und frage mal nach. Alles ok wir können hier parken und stellen das Auto ab. Na prima, das hätten wir dann schon mal.

So entern wir die City und befinden uns auch sofort in einem Trubel von Menschen. Erst mal orientieren und da wir keinen Plan haben, das heißt einen Stadtplan haben wir, aber wohin nun? Die Christuskirche ist auf dem Hügel zu sehen und so gehen wir an am Boden ausgelegten Schnitzereien und nur mit Lendenschurz bekleideten Himba-Frauen den Hügel hoch. Auf halbem Weg werden wir von hinten in gutem deutsch angesprochen und ein junger Mann erzählt was von Kindern, die irgendwann mal in der DDR waren und was von der SWAPO, sowie dass er in Deutschland Musik studiert hat und jetzt zum Unterricht muss. Aber er hat auch eine Spendenliste dabei und will natürlich Geld. Wir haben gar nicht mehr soviel Bargeld und ich gebe ihm das Wechselgeld vom Campingplatz, das sind nur 20$, aber viel mehr besitzen wir nicht mehr.


Die Christuskirche ist offen und so treten wir ein, eine Reisegruppe war wohl gerade da und wir setzen uns einen Moment. Die Kirche ist innen sehr schlicht eingerichtet, wie evangelische Kirchen auch bei uns. Ein Führer der einem Paar etwas zu der Kirche erzählt hat, meint nun dass er jetzt abschliessen würde. Also müssen wir raus, er ist wohl der Guide einer kleinen Gruppe, hat aber einen Schlüssel für die Kirche. Da hatten wir wohl Glück, dass wir überhaupt rein konnten.

Direkt hinter der Kirche ist ein sehr modernes Gebäude und auch die Statue des Südwesterreiters zu sehen. Das ist unser nächstes Ziel. An diesem Denkmal wird allen deutschen Toten, während der Aufstände gedacht.

Wir gehen dann noch ein Stück weiter die Strasse vor, aber an der nächsten Kreuzung ist nichts mehr Interessantes für uns auszumachen und wir gehen zurück, da wir im Plan gesehen haben, dass der Tintenpalast auf der anderen Seite der Kirche liegt.

Eigentlich sind wir an den ganzen Gebäuden und Museen nicht so interessiert, auch die Stadt selbst interessiert uns wenig, wir müssen nur ein paar Stunden hier verbringen. Vor dem Tintenpalast, der die Amtsstuben der kaiserlichen Beamten beherbergte, liegt ein schöner Park. Wir gehen aber weiter und müssen auf der Strasse gehen, da der Fußweg abgesperrt ist, hier wohnt wohl der Präsident, oder jemand anderer der wichtig ist. Den Hügel wieder runter und wir sind wieder im Getümmel der Menschen. In einer Passage setzen wir uns auf einen Kaffee und ruhen uns erst mal aus. Dann gehen wir noch ein kurzes Stück weiter und am ehem. kaiserlichen Vermessungsamt machen wir wieder kehrt.



Wir schlendern noch durch die Post Street Mall und sehen uns in einem Outdoor und Sportgeschäft um. Da es nun schon fast Mittag ist und wir langsam Hunger bekommen, entscheiden wir uns zum Super Spar zu fahren und dort wieder Mittag zu essen.

Diesmal fahre ich wieder und Elke lotst mich ebenfalls zielgenau auf den Parkplatz. Während ich sofort im Restaurant Platz nehme, holt sich Elke wieder einen Salat und kommt später dazu. Wir essen gemütlich und kaufen hinterher noch ein paar Dinge ein. Dann begeben wir uns auf die andere Strassenseite, dort ist auch eine große Mall und wir schlendern auch hier durch die Gänge. Was auffällig ist, vor den Geldautomaten sind überall sehr lange Schlangen, das war auch in der City schon so. Wir werden müde und könnten etwas Augenpflege gebrauchen, da wir die hier nicht bekommen, setzen wir uns in ein Caffe und trinken auch diesen in aller Ruhe und beobachten Menschen die vorbei gehen. Doch irgendwann wollen wir wieder aufstehen und gehen nochmals in den Spar, da Elke noch was zum Knabbern möchte. Danach fahren wir auf den Hügel Auas Blick und dort befindet sich ganz hinten eine Sackgasse, wo auch keine Häuser mehr stehen und hier gönnen wir uns noch etwas Rast. Da der Kaffee allerdings schon wirkt, sind wir gar nicht mehr müde und fangen an noch die letzten Dinge in die Taschen zu räumen und dabei fällt mir mal wieder die Autotüre zu und trifft auf die Cargotasche, in der ein kleine Tube Sonnencreme ist. Der Deckel springt ab und die Sonnencreme in die Tasche, na prima. Nun muss das auch noch abgewischt werden und zum Schluss pumpe ich nochmals den Reifen auf und wir machen die letzte Fahrt zu Hester.

Der ist gerade nicht da und wir sollen noch etwas warten. Also räumen wir das Auto aus und setzen uns in die schattige Sitzecke und warten ab. Der Mechaniker holt dann mal das Auto und Elke gibt ihm noch übrigen Saft und noch ein Bier das übrig ist. Eine Frau sagt, dass der Shuttle unterwegs hierher sei und uns dann zum Flughafen bringen wird. Fast zeitgleich taucht ein großer weißer Mann und Hester auf, die sprechen für uns nicht Verständliches miteinander und Hester sagt noch zu uns, dass der kaputte Reifen geflickt werden konnte und wir jetzt hinten rechts eine Schraube drin hätten. Wenn der auch geflickt werden kann, dann ist es gut, ansonsten wird er sich noch mal melden. Er will gar nicht wissen, wie es uns gefallen hat und ob es sonst noch was gibt, das mit dem Auto zu tun hat. Da könnten wir ihm einiges erzählen, tun es aber nicht. Er ist schon sehr einsilbig, der Hester. Sollten wir nochmal nach Namibia kommen, was nicht ausgeschlossen ist, ist fraglich, ob wir nochmal bei ihm mieten.

Wir werden dann von dem Taxifahrer in Windeseile zum Flughafen gebracht und sind noch vor 17:00 Uhr dort. Am Checkin ist fast nichts los und wir bekommen unsere Bordkarten sehr schnell und sind das Gepäck los. Der Flug geht nun nicht um 19:05 Uhr wie es im Reiseplan steht sondern um 20:05 Uhr, also ist noch jede Menge Zeit. Wir setzen uns deshalb vor die Halle in einen kleinen Park und genießen hier nochmal den letzten Sonnenuntergang.


Als es dunkel ist, kommen wieder die Schnaken raus und wollen uns stechen, deshalb gehen wir dann doch rein. Elke wirft noch eine Karte in den Postkasten und kauft noch einen Schal, dann gehen wir durch die Pass- und Sicherheitskontrolle. Die Sicherheit wird hier nicht sehr groß geschrieben, denn es ist nur ein Beamter da, der den Scanner und die Personenkontrolle durchführt. Alles was im Rucksack ist, macht keine Schwierigkeiten, obwohl sonst Kamera und Notebook ja ausgepackt werden müssen. Die Personenkontrolle wird dem Metalldetektor überlassen und der ist wohl schwach eingestellt, denn er piepst nie.

Im Wartebereich sehen wir uns den Duty Free Shop an, aber alles ist hier im Vergleich zu Deutschland teuer und so kaufen wir nichts. Dann heißt es warten, die Halle füllt sich und da die Lautsprecheranlage nicht funktioniert, versucht sich eine Mitarbeiterin dann zum Boarding aufzurufen, was wohl viele nicht verstehen, aber das macht auch nichts. Man muss nur der Menge durch eine der Türen folgen und übers Flugfeld, wo man heute fotografieren könnte, zum Flugzeug laufen. Davor hat sich mittlerweile eine lange Schlange gebildet und dann kommt noch eine weitere Treppe angetuckert, die aber nur für Business und First ist. Macht nichts, wir kommen auch so ins Flugzeug und haben wieder 2 Plätze an Fenster und Gang. Die Maschine wird einigermaßen voll und so gibt es keine Möglichkeit, leere Sitze zu belegen.

Zum Abendessen gibt es dieses Mal noch die Auswahl zwischen Fisch und Rind, da hatten wir gerade nochmal Glück und das Rind mit Gemüse und Reis ist ganz ok. Bier und Wein wird wieder serviert und gerade Wein sehr viel getrunken. Wir sind beide jetzt dermaßen müde, dass wir nachdem das Essen abgeräumt ist, sofort die Sitze nach hinten klappen, die Decken und Kissen richten und die Augen schließen. Wir können auch beide ganz gut schlafen, wachen zwar immer wieder mal auf und verändern die Sitzposition etwas, aber es gelingt doch die Nacht mit Schlafen zu überbrücken.

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