Am Ende der Regenzeit – 3. Tag

Elke musste in der Nacht zweimal raus und nachdem die Stirnlampe gestern Abend noch kaputt gegangen ist, ohne Licht. Allerdings war es durch den Vollmond so hell, dass das kein Problem war. Die erste Nacht im Zelt haben wir einigermassen überstanden, die Matrazen sind nicht so dick und schon sehr alt, so dass uns die Schultern und der Rücken etwas schmerzen. Die Geräusche und das Treiben eines Vogels wecken uns zum Sonnenaufgang; der gefiederte Freund fliegt immer wieder an den Rückspiegel und kapiert nicht, dass er sic selbst angreift und schimpft wie ein Rohrspatz. Wir klappen schließlich den Spiegel ein und dann ist Ruhe.

Es ist Zeit für Kaffee und Frühstück und das nehmen wir gemütlich in der Morgensonne ein. Andy schreibt anschließeldn den Bericht, während Elke Klar-Schiff macht und sich den Reiseführer vornimmt. Wir haben jede Menge Zeit, da nichts weiter geplant ist. Trotz Sonne lässt es sich übrigens mit dem Display sehr gut schreiben, man kann die Helligkeit ganz ausschalten und spart somit noch Akkuleistung. Ich glaube mit einem matten Display würde man hier gar nichts mehr sehen, aber das MacBook macht hier einen super Bild.

Um elf bauen wir unser Zelt ab, was gar nicht so einfach ist, wenn noch die Schlafsäcke und Kissen drin sind und verlassen dann unseren Campingplatz. In einem Ablagefach am Armaturenbrett entdecken wir an unserem Notizzettel und Stift eine klebrige Masse. Der Geruchstest lässt eindeutig auf Honig schließen, der aber eigentlich nicht von uns sein kann, denn wir haben unsere Honig Tütchen aus USA noch gar nicht ausgepackt. Am Haupthaus werden wir dann vom Chef empfangen und fragen ihn gleich nach ein paar Sternen. Elke meinte gestern einige erkannt zu haben, was Andy nicht glauben wollte, da wir ja die südliche Hemisphäre über uns haben. Aber Elke hatte doch Recht, auch das Kreuz des Südens haben wir tatsächlich richtig ausgemacht. Nachdem unsere Rechnung beglichen ist, fahren wir zurück auf die C26.

Kurze Zeit später erreichen wir den Gamsbergpass und gehen auf einen Aussichtshügel, hier könnte man auch herfahren und für eine Nacht stehen bleiben. Von jetzt an schlängelt sich die Strasse nach unten durch malerische grüne Täler. Bevor es noch ganz aus den Bergen in die Ebene geht, machen wir unter einem Baum am Wegesrand Mittag. Andy bekommt hinterher noch eine Nackenmassage, da er arg verspannt ist, was den Vorbeifahrenden wohl arg seltsam vorkommen mag.


Die Landschaft wechselt in eine grüne savannenartige Ebene mit leichten Hügeln. Nach einiger Zeit erreichen wir das Ende der C26 und biegen links auf die C14 ab. Andy sieht am Abzweig im Gras ein „hüpfendes Tier mit Ohren“, Näheres war nicht auszumachen. Die Piste hat am Anfang ein arges Wellblech, was sich nach einigen Kilometern gibt. Es geht gemütlich dahin und wir sehen unseren ersten Strauss und einen Oryx.


Jetzt sieht es schon mehr aus wie Afrika, bisher hätte das auch gut woanders sein können. Die Piste zieht sich dahin, bis endlich der Abzweig auf die D1275 kommt. Jetzt sind es noch gut 21 km bis zum Camp Gecko unserem heutigem Tagesziel. Ein Einheimischer kommt uns zu Fuß entgegen und bitte uns anzuhalten. Wir überlegen erst mal, ob wir das tun sollen, halten aber doch. Er bittet um Wasser; na das ist ein Wunsch den wir gerne erfüllen und geben ihm eine Flasche und fahren weiter.

Im Camp Gecko werden wir freundlich empfangen, die Chefin schläft zwar gerade, aber wir werden vom Praktikanten kurz eingewiesen und fahren zu unserer Campsite dem Eagle Camp, was wohl die schönste Site sein soll. Eigentlich war zunächst die Übernachtung auf der Tsondab Farm geplant und auch reserviert, da es aber wegen der Anzahlung, die dort gemacht werden musste, einen Email Wechsel gab,weil ich nicht einsah, dass man mir einen Wechselkurs aufdiktierte, der nicht dem offiziellen entsprach, wurde mir die Reservierung kurzerhand wegen eines Vorwandes gekündigt. Ich fand diese Art und Weise ziemlich dreist und so habe ich kurzerhand eine nahegelegene andere Farm zum übernachten gesucht und bin im Camp Gecko bei Heidi gelandet, wo ich freundlichst empfangen wurde und auch keine Anzahlung nötig war. Im Nachhinein war das wohl eh die bessere Entscheidung und wir sind froh hier zu sein.

Das Eagle Camp ist wirklich ein Traum, auf einem Hügel gelegen hat man einen 180° Blick in die Savanne und ist weit ab von den anderen Sites. Waschbecken, Dusche und Toilette sind wunderschön in die Felsen integriert und im Freien, auf dem Hügel ist eine Bank mit Tisch und eine Feuerstelle. Etwas tiefer stellen wir das Auto ab und gleich das Zelt auf. Wir richten uns kurz ein und entzünden schon mal das Feuer und gehen dann nacheinander in die Freiluftdusche.


Danach ist es schon Zeit für den Sonnenuntergang, den wir vom Hügel aus geniessen. Elke kocht Kartoffeln, während das Feuer schon runter gebrannt ist und wir leckere Oryx Steaks grillen können. Als Vorspeise gibt es für Andy eine Bratwurst und dann das Hauptgericht Oryx mit Kartoffeln und Salat, dazu ein Tafel Bier, ein Traum.

Inzwischen ist es dunkel geworden und die Venus ist schon lange am Himmel zu sehen. Auch weitere Sterne tauchen auf, darunter das Kreuz des Südens. Andy versucht Interval Aufnahmen zu machen, während wir das Geschirr abspülen. Wir löschen dann mal komplett unser Licht und geniessen das Sternenzelt samt Milchstrasse über uns. Es ist ein Traum hier oben, aber bald schon nimmt die Fülle der Sternen ab, denn der Mond geht im Osten hinter den Bergen auf und erleuchtet schon bald die Landschaft. Bei lauen Temperaturen sitzen wir auf dem Hügel geniessen den Scotch und fühlen uns wohl.

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