Am Ende der Regenzeit – 4. Tag

Wir stehen bzw. wachen gegen halb sieben auf. Die Sonne erleuchtet schon die Ebene vor unserem Zelt, übrigens ist das aus dem Zelt ein erstklassiger Ausblick. Also krabbeln wir raus und tragen unsere Frühstücksutensilien auf den Hügel und beginnen den Tag mit einem Panoramafrühstück.

Das Dachzelt wird wieder eingeklappt und wir fahren zur Lodge runter. Dort empfängt uns Heidi, die Besitzerin und wir begleichen unsere Rechnung. Mit Heidi unterhalten wir uns noch ein wenig, da es uns schon interessiert, wie das Leben hier so ist und verabschieden uns bis zum nächsten Mal. Es hat uns hier und vor allem im Eagle Camp sehr gut gefallen, da wäre ein längerer Aufenthalt absolut toll.

Back on the road und der C14 erreichen wir Solitaire, was nichts weiter ist als eine Tankstelle und ein paar Häuser. Wir fahren vorbei, was ein Fehler ist, den wir später erst bemerken. Glücklicherweise gibt es noch die D1273 ein paar Kilometer hinter Solitaire, wo ein Wegweiser nach Sesriem steht. Die Strecke ist eigentlich ein Umweg; aber glücklicherweise haben wir uns nicht weit verfahren.



Die C19 führt uns nun in den Namib Naukluft Park. Von der Piste aus sehen wir eine große Herde Springböcke und Gnus. Zwischen den Bergen liegt harmonisch immer wieder eine Ebene mit grünen und gelben Gräsern. Kurz vor Mittag erreichen wir dann Sesriem und fahren zunächst zum Tankstellenshop. Dort gibt’s einen Kaffee und wir sehen uns das Angebot an. Ein Beutel mit Brennholz wird mitgenommen und weiter geht es die paar Meter zum Parkeingang. Dort können wir uns auf der Toilette mal wieder die Hände mit Seife waschen und die sind wenn auch nur für kurze Zeit sauber.

An der, na ja in USA würde man Visitor- oder Ranger Station, bezahlen wir den Parkeintritt und bekommen Anweisungen wo unsere reservierte Campsite liegt und wie es mit den Öffnungs- und Schliessungszeiten abläuft. Dann fahren wir zu unserer Site 10, die sehr schön am Rande des Camps liegt. Ein großer Kameldornbaum steht in der Mitte der Site und spendet wunderbaren Schatten. Eine ringförmige Mauer rahmt die Site ein, es gibt Wasser, Strom und eine Feuerstelle. Ein schönes Plätzchen und ich bin positiv überrascht, denn so habe prima habe ich es mir nicht vorgestellt. Elke bereitet wieder einen leckeren gemischten Salat, dazu gibt es Brot mit Käse, Wurst und Olivenpaste. Wir wollen auch hier gleich mal unser Notebook laden, doch zuerst muss der gekaufte Adapter gefunden werden, denn alle Adapter die von zu Hause mitgebracht wurden, passen nicht. Nun ist das mit dem Finden von bestimmten Gegenständen immer noch nicht so einfach. Also räumt Andy das komplette Auto aus, auf der Suche nach dem Stromadapter und findet ihn dann zum Schluss neben dem Kühlschrank. Hauptsache er ist nun da passt und das Notebook bekommt „Saft“.

Wir machen gemütlich Mittag und lassen die Zeit im Schatten vergehen, eine Hängematte wäre jetzt ein nützliches Utensil, aber leider haben wir so was nicht. Um 3 wollen wir wieder aufbrechen und Andy zieht gerade nochmal den Kühlschrank aus dem Auto und will was Kühles zu trinken holen, da hauts auch schon wieder die Sicherung raus. Langsam gehen die Sicherungen aus, da wir gar nicht soviel von Hester bekommen haben. Glücklicherweise haben wir selbst ein paar dabei. Die Ursache ist auch gleich sichtbar, denn das Pluskabel hat eine nicht isolierte Stelle und es gab wohl einen Kurzen. Die ganze Elektrik vom Kühlschrank ist sowieso eine Krankheit, alles sehr improvisiert, aber nicht ordentlich gemacht, man muss bei jeder Bewegung des Kühlschranks aufpassen den 220V Stecker nicht abzureißen und der 12V Anschluss ist eben auch nicht gut gelöst. So isolieren wir das Kabel mit Tape und stecken eine andere Sicherung rein, schon brummt die Kiste wieder.

Es geht nun auf der Strasse in Richtung Sossusvlei, es ist eine geteerte Straße, was doch überrascht. Na ganz so überrascht bin ich doch nicht, habe ich doch gerade im Reiseführer gelesen, dass die Straße in 2000 geteert wurde, aber schon bald mit Schlaglöchern übersät war und ein kleiner Streit mit dem Strassenbauministerium darüber entbrannt ist. Seit 2005 ist die Straße in die Hand des Ministeriums übergegangen, wurde erneut geteert und es lässt sich nun prima darauf fahren.

Es geht durch ein sehr breites grünes Tal, zu beiden Seiten zeigen sich nun rote große Sanddünen, die zu Beginn noch mit Pflanzen bewachsen sind. Im weiteren Verlauf sind es dann reine Sanddünen ohne Bewuchs. Als wir nach etlichen Stops, es gab viele Springböcke und Oryx zu sehen, an der Düne 45 angekommen sind,  können wir gar nicht glauben, dass nur 2 Autos dort stehen. Wir beginnen sogleich den Aufstieg, der am Anfang doch etwas steil und anstrengend ist. Es weht auch eine starke warme Brise, die den Sand bodennah ständig verweht. Mit Crocks und „Aldiletten“ lässt es sich aber ganz gut auf dem Sand laufen und wenn man die erste Etappe hinter sich hat und es flacher wird, dann lässt es sich einfacher gehen. Auf der Düne gibt es zahlreich große schwarze Käfer, die sich immer wieder erneut in den Sand eingraben und ab und an sieht man auch einen dieser weißen Geckos. Dass es von hier oben grandiose Blicke ins Tal und auf die weiteren Dünen hat sieht man an den Bildern. Wir gehen nicht die komplette Düne hoch, die zieht sich nämlich noch ganz schön in die Länge und es geht noch höher hinauf. Es sind aber immerhin 110 Höhenmeter, die wir zurückgelegt haben. Zurück am Fusse machen wir noch ein paar schöne Bilder mit der untergehenden Sonne und finden schöne runde Steine, die prima für eine Hot-Stone-Massage geeignet sind.






Die Rückfahrt ist im letzten Licht, was die Ostseite des Tales in ein buntes und fotogenes Licht  tauchen lässt. Auch eine große Herde Oryx stellt sich noch in Pose und wir halten immer wieder für Fotos.

Das Tor erreichen wir noch rechtzeitig vor der Schliessung, es ist allerdings schon dunkel. Am Camp machen wir uns sofort an den Zeltauf- und Innenausbau, was nun schon viel schneller gelingt und Elke kümmert sich schon mal ums Essen, während Andy wieder ein Feuer entzündet und dann die Duschen inspiziert. Es gibt dann wieder ein sehr gutes Abendessen, mit Bratwurst, leckeren Springbock Steaks, gebratene Zucchini und Salat. Dazu wieder ein Bier und als Abschluss den Scotch. Die Wecker werden für morgen gestellt und um halb zehn ist Zapfenstreich, denn morgen geht es früh raus.

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