Am Ende der Regenzeit – 9. Tag

Es hat die ganze Nacht gestürmt und wir konnten wieder nicht durchschlafen. Es fiel irgendwann auch etwas Regen, so dass die Plane am Morgen noch nass war, auch hat es das Überzelt auf einer Seite los gerissen.

Bei Sonnenaufgang stehen wir auf und frühstücken zwar in der Sonne, aber es weht immer noch ein kräftiger Wind. Gegen 8 verlassen wir die Farm und fahren weiter auf der C17 nach Koés. Am Giants Playground halten wir zwar kurz, entscheiden uns aber weiter zu fahren. Die Piste ist dann für ein paar Kilometer richtig matschig, da es hier wohl in der Nacht gut geregnet hat. Wir kommen ohne Probleme durch und dann wird die Strasse auch wieder trocken und gut zu befahren. Wir sehen eine Kobra die gerade über die Strasse will und sich total erschrocken aufrichtet, als sie unser Auto bemerkt. Wir wenden zwar gleich, sehen sie dann aber nur noch rasch im Gras verschwinden.

Koés ist ein kleiner Ort, es gibt eine Tankstelle, die wir anfahren, denn die Tanks sind fast leer. Wir müssen allerdings noch warten bis die Diesel Zapfsäule frei ist, derweil fahren wir wieder ums Gebäude rum und machen erst mal die Scheibe sauber. Es stehen überall Leute rum, die Tankstelle scheint der Treffpunkt des Ortes zu sein, auch wenn es nichts zu tun gibt, höchstens wenn mal Touristen kommen zum tanken wie wir. Als wir endlich unseren Diesel bekommen, gehen doch 107 Liter in die Tanks, der Betrag muss allerdings ausgerechnet werden, da die Anzeige an der Zapfsäule kaputt ist. Ich erhalte meinen Slip und ich fahre wieder auf die andere Seite der Tankstelle um Elke abzuholen. Die sollte im Shop nach Eis schauen, bringt aber keines mit, da die das Eis nicht verkaufen. Die Kühltruhe im Shop sieht furchtbar unappetitlich aus; also auch kein Problem, dass sie da nichts bekommen hat. Gegenüber hat es noch einen Supermarkt, dort erhalten wir unser Eis und fahren auch gleich weiter. Wir sehen neben der Strasse auch etliche Einachser von Eseln gezogen entlangfahren, die Menschen winken uns alle freundlich zu, ob sie es auch so meinen?

Wir nehmen dann die D511 und diese Piste ist wie eine Achterbahn. Die Landschaft hat sich von einer mit gelbem Gras bewachsenen Ebene in eine wellige grüne Landschaft gewandelt. Die Wellen bestehen aus roten Sanddünen, es stehen auch wieder viele Bäume hier. An der Kreuzung zur C15 machen wir Rast und verstauen unsere Vorräte mit dem Eis zusammen im Auto und hoffen an der Grenze keine Probleme zu bekommen.



Nach nicht ganz einer Stunde sind wir an der Grenze zu Südafrika und müssen erst mal die Ausreise aus Namibia machen. Das heißt das selbe Formular, wie im Flieger auszufüllen und für das Auto nochmal einen kleinen Zettel. Diesen Zettel gibt man einem Grenzbeamten, der das dann wieder auf eine Liste einträgt und das Auto inspiziert. Er fragt nach Feuerholz und wirft einen flüchtigen Blick ins Auto, schon dürfen wir weiter. An der südafrikanischen Grenze sind wir zugleich auch in Mata-Mata und im KTP,  wenn man an diesem Tor auch wieder ausreist, dann braucht man keinen Pass und macht keine Einreise. Wir haben hier gesamt 3 Nächte reserviert und für heute sogar eine Doppelbuchung, da die Site in Mata-Mata erst später wieder frei war. Auch hier müssen wir zwei Formulare ausfüllen, die aber rein für den Park sind. Nachdem wir unser Permit erhalten haben, dürfen wir zu den Grenzbeamten, die das Auto etwas genauer untersuchen. Unter den Vordersitzen wird nachgesehen, in der Mittelkonsole und auch der Fotorucksack und unsere Reisetasche wird geöffnet. Die Ladefläche muss auch geöffnet werden, man schaut in den Kühlschrank, dort sind noch Reste von Käse, die aber nicht interessieren. Es wird nach Feuerholz und Wein gefragt, als ich beides verneine und sage dass ich nur Bier hätte, dürfen wir die Schranke passieren.

Im Shop direkt nach der Grenze kaufen wir den benötigten Stromadapter und Feuerholz. An den Reifen müsste jetzt die Luft auf 1,5 bar abgelassen werden, wir lassen sie aber auf normalem Druck, da wir ein grobes Offroad Profil haben und auch in Sossusvlei keinerlei Probleme hatten.



Auf dem Campground, ein großer Sandplatz mit ein paar Bäumen, suchen wir uns eine Site. Wir fahren eh bald wieder und nehmen daher keine Site unter einem Baum, sondern eine direkt am Zaun, was sich noch als Fehler herausstellen wird. Nachdem wir einen Kaffee getrunken und uns etwas ausgeruht haben, brechen wir auf zu unserem ersten Game Drive. Dazu muss man an der Rezeption wieder sein Permit abholen und darf damit in den Park. Sehen will das am Gate aber keiner.



Die Straße ist eine ganz normale Dirtroad, wie wir sie die ganze Zeit schon gefahren sind und bedarf keinesfalls niedrigerem Luftdruck in den Reifen. Es gibt zwar ein paar 4×4 Sandpisten, aber das werden wir dann sehen, falls wir eine fahren. Die Landschaft und das Tal, das wir nun entlangfahren ist sehr grün mit viel Baumbestand. Man sieht viele Oryx, Springbock und Gnus, auch große Vögel und Geier sind auf den Bäumen zu sehen.
Raubtiere sehen wir keine und so fahren wir gemütlich ca. 30 km in den Park und wieder zurück. Auf dem Rückweg sehen wir dann mehrere Schakele. Es hat jetzt auch komplett mit Wolken zugezogen und am Horizont sieht man Blitze zucken.

Am Campingplatz angekommen, richten wir alles wieder her, machen Feuer und dann überrollt uns auch schon das Gewitter. Zunächst ziehen wir alles unters Zelt zusammen und als auch noch Wind und der Regen von der Seite kommt, versuchen wir uns mit einer zusätzlichen Zeltplane zu behelfen was nicht gelingt, da diese schon sehr marode und völlig unbrauchbar ist. Gut durchnässt flüchten wir ins Auto und warten das schlimmste ab. Das Notebook ist auch etwas nass geworden und wird gleich getrocknet und dann ich schreibe auch den Bericht. Das Feuer brennt weiter, da es schon eine prima Glut gibt und als es wieder aufhört, gehen wir nach draußen. Die Stühle sind leider komplett naß geworden und keine Sitzgelegenheit mehr, aber die trocknen bis morgen schon wieder. Ich lege nochmal Holz nach und Elke muss erst noch den Abwasch von heute Mittag machen. Die ganze Zeit kochen schon Kartoffeln auf der Gasflamme und die sind nun fertig. Aber es fängt wieder leicht an zu regnen und so beschliessen wir heute nicht mehr zu Grillen, sondern ein Mountain House zu machen. Das essen wir dann im Stehen und wärmen uns ein wenig an der Glut. Zum Abschluss brauchen wir einen Whiskey zum Aufwärmen, denn es hat auch ziemlich abgekühlt.

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