Eine Winterreise 10. Tag

In der Nacht gab es einen ordentlichen Schneesturm. Die Straßen sind am Morgen zwar etwas verschneit bei uns vorm Haus, aber nicht so schlimm, wie sich der Sturm anhörte. Der Gehweg ist wohl beheizt, da dort kein Schnee liegt, manche Stellen sind sogar trocken.

Ein Blick auf den Wetter- und Straßenbericht verheißt nichts Gutes. Die Straße nach Akureyri, nach Blönduos und nördlich von Hofsos sind gesperrt. Also wird aus dem Plan weiter nach Norden nach Siglufjördur zu fahren und dort in die Laug zu gehen nichts. Wir warten mal den Vormittag ab und relaxen. Für unsere in 2009 übrig gebliebenen Briefmarken holen wir im Posturinn noch die zusätzlichen Marken, da das Porto seitdem gestiegen ist und Elke schreibt (nur) 2 Karten.

Nach dem Mittagessen brechen wir auf, aber die Straße nach Hofsos ist bereits stark verweht und es schneit und stürmt auch immer noch. In Hofsos sehen wir uns die alten Häuser am Hafen an, die ein Museum über die Auswanderung in das gelobte Land enthalten, jedoch geschlossen sind. Hatten wir auch nicht anders erwartet.

Wir halten noch an der Grafarakerkja, da waren wir 2009 auch schon mal. Elke bekommt das Gatter kaum auf, weil der Schnee es blockiert. Dann weht wieder ein irrer Wind, das man sich richtig dagegen lehnen kann, natürlich wird man auch sofort mit Schnee eingestaubt. Der Weg über die Wiese ist jedenfalls ein kleines Abenteuer, da man zeitweise wirklich nicht die Hand vor Augen sieht. Die Kirche ist auch schön eingeschneit, aber welch Zufall offen und wir können rein. Ich hau mir erst mal die Birne an und beinahe ein zweites Mal, weil die Tür so niedrig ist und innen auch Querbalken in Kopfhöhe sind. Auf dem Altarbild ist der Hl. Andreas und Thomas zu sehen, na wenn das kein Zufall ist. Elke schreibt ins Gästebuch, wir kehren noch den Schnee aus dem Kirchlein und laufen wieder im Sturm zurück zum Auto.

Wir kehren wieder um, es macht keinen Sinn noch weiter nördlich zu fahren.

Wir schauen mal wie der Weg zur Jarlslaug ist, vielleicht können wir ja noch dorthin, denn in Krokur ist das Wetter gar nicht mehr so schlecht. Zunächst ist die Gravelroad ganz ok, aber je weiter man nach Westen kommt umso schwieriger wird es, die Spur zu finden. Der Schnee ist zwar nicht so tief, aber man sieht absolut nicht wo die Straße endet. Nach einigen Gattern erreichen wir trotzdem das Ende und somit Jarlslaug, kein Mensch hier, dafür Sturm und Schnee. Es gibt zwei warme Becken, die durch einen Steindamm vom Skagafjördur getrennt sind.

Da es aber keine Umkleide gibt, wo die Sachen halbwegs trocken bleiben, entschließen wir uns, kein Bad zu nehmen. Drinnen wäre es zwar ganz angenehm, aber wenn man wieder raus geht, ist ein Kälteschock vorhergesagt. Na ja, jedenfalls ist es schon sehr ungemütlich mit dem Wind und wir fahren zurück.

Elke macht sich ans Kochen, heute gibt es Lamm Filet und handgeschnittenes Blaukraut dazu. Der vorhergesagte Schneesturm hat dann auch am Abend eingesetzt, es schneit und stürmt wieder sehr heftig.

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2 Kommentare:

  1. War die Umkleide Grettislaug/Jarlslaug oder auch die Gebäude des CP zu?
    Und hätte man im Winter etwas bezahlen müssen?

    • Die Umkleide war soweit wir das sehen konnten offen, allerdings war das Wetter so schlecht, dass wir nicht in den Pool gegangen sind.

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