Eine Winterreise 8. Tag

Um halb fünf gab es nochmal eine leichte Aurora. In der Hoffnung dass die noch besser wird, habe ich mich angezogen und bin raus. Leider hat sich die Hoffnung nicht erfüllt. Am Morgen ist Elke schon früh wach und beginnt schon mal mit dem Saubermachen. Die Waschmaschine läuft nochmal und nach dem Frühstück machen wir uns beide ans Packen und sauber machen. Das ist bei einem so großem Haus doch viel Arbeit. Ärgerlich ist dann, dass wir für das große Bett kein passendes Leintuch finden. Der Vermieter meint, dass eines da sein muss, was ich ihm auch glaube, aber wir haben alle probiert und keines der störrischen trockner-geschrumpften Baumwollbezüge hat gepasst. Ziemlich genervt legen wir dann zwei kleine auf; damit sollte man auch schlafen können.

Gegen 11:30 Uhr sind wir abfahrbereit und angespannt von der Putz-; Ausräum- und Bettenbezugsprozedur. Es ist wieder ein Schneesturm vorhergesagt, wir hoffen mal gut durchzukommen und biegen auf die 55 ab. Das ist eine Gravelroad, die sich zunächst ganz gut fahren lässt. Es staubt zum ersten Mal richtig auf dem Gravel und das Auto fängt jetzt auch noch richtig Staub ein. Je höher die Straße führt, desto winterlicher werden die Verhältnisse. Wir haben ja zum Glück gute Reifen mit Spikes und das Fahren ist sicher. Aber die Schneeverwehungen werden immer tiefer und einmal bin ich mir nicht sicher, ob wir da nicht hängen bleiben. Den technischen Schnickschnack habe ich mal abgeschaltet und dann ging es gut durch, das war zum Glück auch auf der Passhöhe und die Abfahrt gestaltete sich wieder leichter. Als wir wieder durchatmen können und auch den Fjord sehen, halten wir für eine Mittagspause. Das Auto ist total verdreckt und vereist. Da die kostenlosen Waschgelegenheiten im Winter zu sind, weiß ich gar nicht wie das wieder sauber werden soll. Das sind Sorgen, wird sich einer denken, ich bin auch keiner, der sein Auto ständig poliert und wienert, aber wenn man sich ständig dreckige Finger holt und Kleidung beim Ein und Austeigen auch was abkriegt, finde ich nicht gut.

In Bordardalur ist im Samkaup Strax ein Imbiss und dort genehmigen wir uns erst mal einen Kaffee. Der Laden ist übrigens gut sortiert – mal abgesehen von den Lebensmitteln bis hin zum Wagenheber gibt es nahezu alles – und wir waren hier auch schon mal.

Auf der 59, einer weiteren Gravelroad, geht es wieder über einen Pass. Die Straße ist zwar auch vereist und verschneit, aber es geht ohne Probleme.

Dann erreichen wir die Ringstrasse und fahren nach Blönduos, dort gibt es nochmal eine Kaffee-Rast und dann auf der 74 und 744 wieder über die verschneiten Berge nach Saudarkrokur. Das Basecamp für die nächsten Tage ist das Alte Postamt. Die Vermieterin, Vicki, empfängt uns und hat uns in die größere Wohnung upgegradet. Sie hat auch ein Obstschale, sowie Milch, Skyr, Butter, Brot und Saft für uns bereit gestellt. Außerdem gibt es wieder eine Kaffeemaschine mit Pads die wir benutzen dürfen. Das ist wirklich alles super nett, man braucht fast nichts einzukaufen. Die Wohnung ist modern und ohne Schnick-Schnack eingerichtet, auch wenn das Gebäude nicht sonderlich schön ist. Ein kleines Highlight sind die Pferdefelle am Boden, wenn man da barfuß drüber geht ist das wie ein schweben, einfach klasse.

Elke macht Spaghetti und Salat und wir sind von der Fahrt ziemlich fertig, dass wir bald schlafen gehen.

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