Eine Winterreise 9. Tag

Natürlich habe ich auch hier nachts immer wieder aus dem Fenster gesehen, aber keine Aurora war sichtbar. Am Morgen sehe ich dann, dass unser Schlafzimmer Fenster nach Osten zeigt und nicht wie gedacht nach Norden. Es ist leicht sonnig und nach dem Frühstück gehen wir zu Fuß das Ortszentrum erkunden, indem wir auch wohnen. Der einzige Laden der jetzt schon offen hat, ist der Bäcker. Dort kaufen wir auch ein paar Bolla. Wer schon mal in Island war weiß , dass die Läden keinesfalls vor 10 Uhr öffnen und so hat auch noch alles zu. Ausnahme ist der alte Kramerladen mit Zapfsäule und Ladentheke, dort ist schon geöffnet.

Wir gehen zurück und packen unsere Dinge für den Tag und machen uns auf den Weg nach Akureyri. Beim Freichlichtmuseum Glaumbaer – ein alter Bauernhof, dessen Wände und Dach aus Grassoden sind – machen wir noch ein paar Bilder, dann geht die Straße über die Öxnadalsheidi.

Hier hat es bis zu einem Meter hoch Schnee, auch auf der Strasse ist schneebedeckt und Eis darunter. Da es kaum Verkehr hat, kommen wir trotzdem flott voran und sind gegen Mittag in der zweitgrößten Stadt Islands, Akureyri.

Wir parken im Zentrum und malen uns unsere Parkscheibe selber. Dann schlendern wir durch die Stadtmitte und sehen den neuen 66° North Laden, mit Outlet. Uns ist bei der Herfahrt gleich aufgefallen, dass der nicht mehr am alten Standort ist. Elke findet auch ein günstiges T-Shirt. Es gibt zwar jede Menge Möglichkeiten was zu essen, aber Elke hat wieder einen leckeren Salat mit Feta vorbereitet und den essen wir dann auch.

Im Visitor Information lassen wir uns die Steuer für die gekauften Kleidungsstücke vom letzten Samstag auszahlen und gehen noch in das Shopping Center, wir hatten gehofft dort frischen Fisch kaufen zu können, gab es aber nicht. So haben wir ein Lammfilet mitgenommen. Wir tanken noch und fahren dann wieder über den Pass zurück.

Einen Abstecher zum alten Bischofssitz Holar machen wir allerdings noch. Natürlich ist auch hier alles verschlossen, aber das ist nicht so schlimm. Eigentlich wollten wir noch in Siglurfjördur in die Laug, aber es ist doch schon später Nachmittag und wir fahren nach Saudarkrokur zurück.

Im Verslun Supermarkt schauen wir noch rein und die haben wirklich alles, ein ganzes Warenhaus ist das. Wenn man das immer nur wüsste wo es so einen Laden gibt, wenn man was braucht. Hier gibt es den frischen Fisch und wir werden sehr nett und gut bedient. Da sich in der Fischauslage eine seltsame, noch nie gesehene grau-weiße, etwas blutige glatte und große „Masse“ befindet, fragen wir mal nach was das ist. Es handelt sich um Cod Liver, und der Verkäufer weist etwas beschämt darauf hin, dass sich darin kleine Würmer befinden, die man bei genauerer Betrachtung auch sieht. Er selbst isst das nicht und verlang wird es überwiegend von der älteren Generation, die die Liver kocht und ohne Gewürz so verspeist. Wir der Fisch weit draußen auf See gefangen ist die Leber wurmfrei, je näher er an der Küste geangelt wird wo sich Seehunde befinden, treten diese Würmer auf, was aber durch das Kochen vor dem Verzehr wohl keine schädlichen Nebenwirkungen mit sich bringt.

Wir fahren noch auf den Aussichtsberg, der direkt gegenüber unserem Posthaus liegt und stellen fest, dass dort oben nicht nur ein schöner Ausblick über die Stadt und den Fjord ist, sondern auch der Friedhof.

Zum Abendessen gibt es heute den Kabeljau, der super lecker schmeckt; als Nachspeise einen Espresso mit Hraun Bitar und einen 12 jährigen Dewars. Da wird wahrscheinlich zur selben Zeit im Süden von Island jemand ganz neidisch sein. 😉

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