Washgon Trails 17. Tag

Die Wettervorhersage für heute und morgen waren nicht ganz so gut, aber es scheint die Sonne. Ein Blick ins Internet bestätigt das und die Regenwahrscheinlichkeit wurde auf 10% korrigiert. Wir gehen zum Frühstück und räumen dann das Zimmer.
Nach einigen Minuten Fahrt erreichen wir Leavenworth, das bayerische Dorf in den Bergen. Alles hier ist im bayerischen alpenländischen Stil und auch in deutsch angeschrieben, es könnte gut auch Garmisch sein. Bei der Ranger Station müssen wir zwar nicht mehr vorbei schauen, tun es aber trotzdem und holen uns noch ein paar Informationen ab. Dann biegen wir auf die Icicle Road ab und fahren ein paar wenige Meilen bis zum Snow Creek Trailhead. Das ist unser Startpunkt für das Abenteuer Enchantments. Das erste Mal als ich von dieser Gegend gehört habe, war im Frühjahr 2012 in einer Wirtshausbrauerei in Dresden. Isa und Steffen gaben mir damals Tips für eine Reise in den Nordwesten und damals viel auch das magische Wort Enchantments. Danach habe ich im Internet Informationen über diese besondere Wildnis gelesen und mich mit dem Permit System auseinander gesetzt. Der erste Versuch hierher zu kommen war dann im Herbst 2012. Ich bekam aber nur ein Permit über die Eightmile Zone, aber diese wurden wegen eines Waldbrandes storniert. Im Jahr darauf waren wir erst im Oktober in der Gegend und wegen eines frühen Wintereinbruchs war es nicht mehr möglich in die Berge zu gehen. Dieses Jahr war ich bei der Permit Lottery zwar auch nicht glücklich, konnte im Nachgang aber noch Permits für die Snow Zone bekommen. Von dort kann man in einer Tageswanderung die Core Zone erreichen. Also besser als nichts und für einen ersten Eindruck kann das ausreichend sein, wir werden sehen.


Nun geht es also wieder mal los, wir verlassen den Trailhead und somit unsere Komfortzone und begben uns in die Wenatchee Alpine Lakes Wilderness. Der Trail steigt nach der Überquerung des Icicle Rivers stetig an. Wir kommen gleich zu beginn durch eine alte Wildfire Zone, das wird wohl das Feuer von 2012 gewesen sein.
Wir treffen einen Inder, der prima englisch spricht und uns zu ermuntert morgen früh aufzustehen, außerdem beglückwünscht er uns zum Titel Soccer World Champion. Dann geht es in einen dichteren Wald, eine Rangerin möchte unser Permit sehen und sie ist zufrieden als meine Antworten mit dem Permit überein stimmen.


Es ist anstrengend aber wir haben eine gute Pace und kommen schnell voran. Es ist schon lange nach ein Uhr, als sich unser Magen bemerkbar macht und nach einer Pause verlangt. Wir wollten diese Pause aber nicht irgendwo machen, sondern am ersten See, dem Nada Lake. Deshalb wurde die Pause so lange raus gezogen und es hat sich gelohnt. Der Nada Lake ist ein sehr schöner Bergsee und wir essen unseren Lunch auf einem großen Felsen am Ufer.

Dann geht es weiter bergauf und es wird richtig rockig, als wir über ein Geröllfeld müssen. Dort sehen wir auch eine Pika, die sich sonnt. Der heftige Wasserfall kommt uns schon etwas seltsam vor, man kommt aber nicht nahe genug ran, aber es muss sich um eine Röhre handeln. Als wir dann endlich den lower Snow Lake erreichen und kurz danach den upper Snow Lake wird klar, was das für Wasser war, das aus der Röhre geschossen kommt. Der upper Snow Lake ist fast nicht mehr vorhanden, ein tiefes Loch ist sehen, wo der See früher war.

Wir gehen am Ufer entlang und sehen die ersten Campsites, die aber alle besetzt sind. Die nächst mögliche Site liegt im ehemaligen See auf einer Sandbank, dort stellen wir unser Zelt auf und ruhen uns aus. Es hat sich mittlerweile leider zugezogen und ist kalt geworden. Wir haben sind bis hierher 15 km bergauf gegangen und haben 1200 Höhenmeter erklommen. Als wir dann etwas zur Ruhe gekommen sind und es etwas ungemütlich wird, als auch noch Wind aufkommt, überlegen wir nicht doch eine Site im geschützen Wald zu suchen.

Also ziehen wir nochmals los und entdecken dann eine bessere Site am ehemaligen Ufer, im Wald. Andy geht zurück packt alles wieder in einen Rucksack und nimmt den Rest in die Hand, während Elke die neue Site reserviert. Also nochmals alles aufstellen und einrichten. Dann filtern wir noch Wasser und kochen dieses für eine warme Freeze Dried Mahlzeit und Kaffee. Es fängt leider zu nieseln und später zu regnen an, wir essen desshalb im Zelt und bleiben für den Rest des Abends auch dort.
Die Windböen kündigen sich lange in den Baumwipfeln an bevor es das Zelt flattern läßt. Die Nacht wird deshalb sehr unruhig, wenn es nicht regnet fallen Nadeln von den Bäumen auf das Zelt und der Wind tut sein übriges dazu. Wir schlafen schlecht bis gar nicht und haben auch immer das Gefühl, dass ein Nagetier außen am Zelt ist.

Gefahren: 26 mi
Übernachtung: Snow Lake, Alpine Lakes Wilderness

Weitere Bilder des Tages

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.